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Der vom Roboter geführte Dosierkopf ist über Schlauchleitungen mit der Dichtstoff-Zuführstation verbunden. Eine modular aufgebaute Dosiersteuerung kontrolliert den gesamten Prozessablauf. Die Bewegungsbahnen und alle Prozessfunktionen des Dosiervorganges werden online ohne Zeitverlust von der Dosiermengenkontrolle (DMK/QS) überwacht und grafisch abgebildet. Dazu zählen neben den Bahndaten die Darstellung des Druckverlaufes und die Dokumentation eventuell auftretender Fehler, zum Beispiel von Druckabfällen oder Viskositätsänderungen des verarbeiteten Dichtmittels (Bild 4).
Zahlreiche Varianten von Düsenkopf-Ausführungen
Mehrere Auftragsdüsen können parallel betrieben werden. Sie sind nicht ausschließlich auf den Betrieb mit Dicht- und Klebstoffen beschränkt, sondern auch für Öle, Fette oder Heißklebstoffe geeignet. Dafür hat Drei Bond zahlreiche Varianten von Düsenkopf-Ausführungen entwickelt, die vom einfachen Raupendosierer über den Punktdosierer bis zur Rotorsprayeinheit reichen.
Um zusätzliche Sparpotenziale bei den Montagekosten zu erschließen, wurde das SIS-Verfahren (Seal-Injection-System) entwickelt. Damit können Gehäuseteile erst nach der Montage und Funktionsprüfung der darin enthaltenen Baugruppe, beispielsweise eines Getriebes, abgedichtet werden. Voraussetzung dafür ist, dass einer der Fügeteile eine bereits bei der Gussfertigung oder einem Bearbeitungsprozess eingebrachte Dichtmittelnut besitzt. In diese wird nach dem Gutbefund der gesamten Baugruppe über eine Einfüllöffnung flüssiges Dichtmittel eingespritzt.
Optischer Sensor überwacht den Einspritzvorgang
Dabei handelt es sich um ein speziell für dieses Verfahren entwickeltes Methacrylat, das sowohl mit einem anaeroben als auch einem UV-Reaktionsmechanismus ausgestattet ist. Die anaerobe Komponente bewirkt die eigentliche Aushärtung in der Nut, die UV-Komponente ermöglicht ein sehr schnelles Verschließen der Entlüftungs- und Einspritzöffnungen. Ein optischer Sensor überwacht den Einspritzvorgang bis zum Dichtmittelaustritt und stoppt diesen nach Erreichen. Das dort austretende Dichtmaterial wird über einen UV-Lichtstrahl in weniger als 1 s angehärtet. Gleichermaßen wird die Einspritzöffnung versiegelt.
Der Vorteil des Verfahrens ist, dass im Fall einer Nacharbeit kein Reinigungsaufwand und kein Beschädigungsrisiko an den Dichtflächen und damit geringere Kosten anfallen. Konzipiert wurde das SIS-Verfahren zwar in erster Linie für Dichtstellen am Motorblock, an Getriebegehäusen und im sonstigen Aggregatebereich, doch befinden sich bereits weitere Anwendungen im Kunststoff- oder im Karosseriebereich in der Erprobungsphase.
Komplexe Dichtungen durch Siebdruck aufbringen
Bei sehr feinen und detailreichen Dichtflächengeometrien kommt die CN-gesteuerte Dichtstoffapplikation in Raupenform an ihre technischen und wirtschaftlichen Grenzen. Doch auch für diese Aufgabenstellungen gibt es eine Anlagenlösung. Es ist der Dichtmittelauftrag durch das Siebdruckverfahren. Dafür wurden von Drei Bond speziell abgestimmte anaerobe Dichtstoffe entwickelt. Der Siebdruck kann sowohl manuell als auch automatisch erfolgen. Zum Produktauftrag werden optional Längs- wie auch Rundrakel in Kombination mit Rückführrakeln für das Überschussmaterial eingesetzt. Kamerasysteme übernehmen die Qualitätsüberwachung der Klebstoffflächen.
* Dipl.-Ing. Reinhard Bauer ist Inhaber der Agentur Technokomm in 3950 Gmünd (Österreich). Dipl.-Betriebsw. (FH) Thomas Brandl ist Geschäftsführer der Drei Bond GmbH in 85737 Ismaning
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