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Läppen Automatisiertes Läppen sorgt für Spiegelglanz in der Großserie

Autor / Redakteur: Thomas Loscher / Rüdiger Kroh

Bei einem speziellen Läppmedium ist das Trägermaterial mit Diamantpulver versetzt. Dank der Beschaffenheit des Mediums gleitet es über das Werkstück, statt wieder abzuprallen. Dadurch wird ein automatisiertes Läppen möglich, weil der Anwender die Suspension erst nach definierten Zeitspannen wechseln muss.

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Bild 1: Mit dem Verfahren Aerolap ist automatisiertes Läppen prozesssicher auch in Großserie möglich.
Bild 1: Mit dem Verfahren Aerolap ist automatisiertes Läppen prozesssicher auch in Großserie möglich.
(Bild: Okamoto)

Automatisiertes Läppen kleiner, harter Bauteile mit reproduzierbar genauen Rauheitswerten ist prozesssicher auch in Großserie möglich. Mit Aerolap stellt der Schleifmaschinenhersteller Okamoto dazu eine Technik bereit, die in kürzester Zeit Oberflächengüten bis Ra = 0,1 µm produziert. Das Einsatzgebiet ist breit gefächert und reicht vom Maschinen-, Werkzeug- und Formenbau bis hin zur Fertigung von Komponenten, die bioverträglich sein müssen oder in der Medizin- und Pharmaindustrie zum Einsatz kommen.

Neuartiges Läppmedium ermöglicht automatisiertes Läppen

Beim Läppen trägt eine Suspension aus Schmiermitteln und Schleifkörnern winzige Unebenheiten der Werkstückoberflächen in mehreren Richtungen ab. Herkömmliche Verfahren sind jedoch nur bedingt automatisierbar, weil die ungebundenen Schleifkörner zu schnell zersplittern. Die Ergebnisse sind nicht mehr konstant und die Suspension muss zu oft gewechselt werden.

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Aerolap hingegen nutzt ein neuartiges Läppmedium: Das Trägermaterial ist mit Diamantpulver versetzt, das je nach Anwendung mit verschiedenen Körnungen ausgestattet ist. Eine spezielle Turbine beschleunigt es und schleudert es auf das zu bearbeitende Teil. Dank der speziellen Beschaffenheit des Mediums gleitet es über das Werkstück, statt wieder abzuprallen, und verrichtet dabei seine glättende Arbeit. Mechanische oder Wärmespannungen, die beim Einwirken auf das Werkstück zu Verformungen führen würden, werden durch diese Technik verhindert. Dadurch wird automatisiertes Läppen möglich. Der Anwender hat die Sicherheit, dass die Körner nicht zu schnell zersplittern und dass er die Suspension erst nach definierten Zeitspannen wechseln muss.

Läppen wird für sensible industrielle Bereiche immer interessanter

Neben den klassischen Einsatzgebieten des Maschinen-, Werkzeug- und Formenbaus wird Aerolap immer interessanter für Komponentenhersteller in sensiblen industriellen Bereichen. So fordert etwa die Medizintechnik sehr präzise Oberflächenergebnisse und auch bioverträgliche Bauteile, etwa für die Lebensmittelindustrie, können mit der Technik bearbeitet werden. Darüber hinaus kommen in der Pharmaindustrie mit Aerolap bearbeitete Komponenten, beispielsweise Transportstempel in der Tablettenproduktion, verstärkt zum Einsatz.

Die Technik stellt Spiegelglanz im Expresstempo her. So läppt das System in kürzester Zeit ohne Veränderung der Geometrie vom Mittenrauhwert Ra = 0,2 µm auf Ra = 0,1 µm herunter. Auch verkürzen sich die Prozesszeiten bei unterschiedlichen Teilen im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren deutlich.

* Thomas Loscher ist Technical Manager bei der Okamoto Machine Tool Europe GmbH in 63225 Langen

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