VW spart durch Mitarbeiterideen Millionen Euro an Fertigungskosten
Dass die Ideen zur Prozessoptimierung oft auch in der eigenen Fertigung schlummern können, stellt Volkswagen mit seinem Ideenmanagement unter Beweis. Der Hersteller konnte mit seinem internen Ideenmanagement in 65 Jahren bereits 3 Mio. Euro Fertigungskosten einsparen.
Ein Mitarbeiter kam erst vor Kurzem auf die Idee, runde Wendeplatten bei der Bearbeitung von Achszapfen der VW-Gleichlaufwellen einzusetzen. Dadurch bearbeiten die Zerspanungswerkzeuge mit größeren Schneidenradien von 6 mm den Achszapfen in nur einem anstatt in zwei Arbeitsgängen. Das neue Fertigungsverfahren verkürzt nicht nur die Bearbeitungszeit der Achszapfen, sondern erspart VW zudem durch die effizientere Nutzung der computergesteuerten Bearbeitungszentren in der Wolfsburger Komponentenfertigung rund 317.000 Euro jährlich.
Neben dem Leichtbau ist die zunehmende Automatisierung in der AMB für die Zerspanung ein weiteres großes Feld. „Wir haben in den letzten Jahren unsere Produkte speziell hinsichtlich der Prozesssicherheit weiterentwickelt. Dies zeigt sich als ausgesprochen hilfreich in einer automatisierten Fertigungsumgebung, da hier eine Reduktion der Werkzeugwechsel direkt die Bauteilkosten positiv beeinflusst“, so Schleinkofer von Ceratizit.
Auch das Fraunhofer IPA sieht in der Automatisierung Chancen für die Zerspanung hinsichtlich der Kosten. „Die zunehmende Automatisierung ist im Bereich der Zerspanung von Leichtbauwerkstoffen eine erhebliche Chance, die Prozesse kostengünstiger zu gestalten. Heute entsteht die Qualität der Bauteile teilweise manuell nach der eigentlichen Bearbeitung durch Nacharbeit. Dieser Kostenblock kann durch eine weitreichende Automatisierung eingespart werden. Zugleich sind die Prozesse in der Zerspanung durch den schnellen Verschleiß der Werkzeuge instabil. Auch hier kann eine automatisierte Messtechnik mit Eingriff in die Bearbeitung erhebliche Kosten einsparen“, schließt Gebhardt vom IPA. MM