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Energieeffizienz im Kunststoffsektor

Automobilzulieferer setzt beim Spritzgießen auf besondere Power

| Redakteur: Peter Königsreuther

Die Karl Etzel GmbH ist eine erfahrener Player in Sachen Automobilteilefertigung. Die neuesten Spritzgießmaschinen von Wittmann Battenfeld aus der Power-Serie helfen Etzel jetzt bei der Zukunftssicherung.

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Bei Karl Etzel werden täglich 60 t Kunststoffgranulat verarbeitet. Zwei Drittel der Bauteile sind für den Automobilbau (im Bild sind Verkleidungen für die Ladekante eines Kofferraums zu sehen). Etzel setzt dabei besonders auf energieeffiziente Spritzgießmaschinen von Wittmann Battenfeld aus der Power-Serie und widmet sich dabei auch dem Mehrkomponenten-Spritzguss und dem Cellmould-Schäumen.
Bei Karl Etzel werden täglich 60 t Kunststoffgranulat verarbeitet. Zwei Drittel der Bauteile sind für den Automobilbau (im Bild sind Verkleidungen für die Ladekante eines Kofferraums zu sehen). Etzel setzt dabei besonders auf energieeffiziente Spritzgießmaschinen von Wittmann Battenfeld aus der Power-Serie und widmet sich dabei auch dem Mehrkomponenten-Spritzguss und dem Cellmould-Schäumen.
(Bild: Wittmann Battenfeld)

Die Karl Etzel GmbH wurde 1976 von Karl Etzel gegründet. 1995 übernahmen Andreas Schürrle und Rainer Bauer das Unternehmen, seit 2000 ist Andreas Schürrle alleiniger Inhaber der Karl Etzel GmbH. Am Standort in Mühlacker produziert das Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern mit 128 Spritzgießmaschinen im Schließkraftbereich von 150 bis 20.000 kN Teile aus allen gängigen Thermoplasten, heißt es. Täglich werden zwischen 50 und 60 t Granulat verarbeitet. Auch Kunststoffe mit bis zu 50 % Glasfaseranteil. Über zwei Drittel der Teile wird für die Automobilindustrie, vor allem fürs Fahrzeuginterieur, gespritzt. Das nach dem Automobilstandard IATF 1949:2016 zertifizierte Unternehmen unterstützt die Kunden von der Idee bis zur Serienreife. Etzel beherrscht auch den 2-Komponenten-Spritzguss, ist in Sachen Leichtbau versiert, bietet die Baugruppenmontage, sowie weitere Veredelungsprozesse in puncto Oberflächentechnik.

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Prozesssicheres Spritzgießen mit ökologischen Vorteilen

Stabilität und Lieferzuverlässigkeit seien vor allem in der Automobilindustrie entscheidende Kriterien für den Erfolg. Deshalb ist für Etzel auch die Hauptanforderung an eine Spritzgießmaschine, dass sie stabil und störungsfrei läuft, so Schürrle. Darüber hinaus lege der Geschäftsführer höchsten Wert auf eine ressourcen- und umweltschonende Produktion. Fast 90 Spritzgießmaschinen in der Fertigung stammen von Wittmann Battenfeld. Die zuletzt gebaute Halle 7 beherbergt nur Großmaschinen der Macropower-Reihe und Anlagen aus der servohydraulischen Smartpower-Reihe mit Schließkräften zwischen 3500 und 20.000 kN. Darunter finden sich seit etwas über einem Jahr auch Maschinen, die für die bereits angesprochene Mehrkomponentenfertigung ausgelegt sind. Die erste bei Wittmann Battenfeld gebaute Großmaschine der Macropower-Serie mit 20.000 kN Schließkraft in Mehrkomponentenausführung, genauer gesagt, eine Macropower 2000/12800H/350L, wurde Anfang 2018 geliefert, so Wittmann Battenfeld. Mittlerweile hat die Etzel eine zweite Maschine mit 20.000 kN Schließkraft in Betrieb genommen.

Servoelektrische Antriebssysteme machen effektiv und sparsam

Andreas Schürrle schätzt an den kompakten Spritzgießmaschinen von Wittmann Battenfeld nicht nur die generell hohen Systemqualität sondern auch die relativ gute Energieeffizienz, die sich aus der servoelektrischen Spritzeinheit erklären lässt, sagt Wittmann Battenfeld. Der Einspritzvorgang werde über einen sehr dynamischen Servomotor mit Zahnstangen-Lineareinheit in die Wege geleitet, wobei die Massenträgheitsmomente der beweglichen Komponenten besonders gering seien. Der Servomotorantrieb der Schnecke erfolgt direkt

über ein Untersetzungsgetriebe, wodurch hohe Plastifizierleistungen erreicht werden, so der Hersteller.

Durch diese Parallelfunktion sei eine sehr gute Homogenität der Schmelze gewährleistet und der hohe Wirkungsgrad zahle sich in puncto Energieeffizienz zusätzlich aus. Bei Etzel durchgeführte Energievergleichsmessungen mit anderen Maschinen haben bestätigen können, dass sich die Maschinen in diesem Aspekt auf einem hohen Niveau befinden und von Wettbewerbsmaschinen abheben. Nicht zuletzt ist in die Steuerung der Maschinen eine Energieverbrauchsanalyse-Funktion integriert. Ein ebenso gutes Zeugnis wie den Maschinen und Technologien von Wittmann Battenfeld stellt Andreas Schürrle der nunmehr mehr als 20 Jahre dauernden Zusammenarbeit mit dem Unternehmen aus. Andreas Schürrle: „Wie unseren Kunden, ist auch uns das Gesamtpaket wichtig, und hier haben wir mit Wittmann Battenfeld einen Partner, bei dem dieses in jeder Hinsicht unseren Vorstellungen gerecht wird.“

Stabile Teile mit leichtem Innenleben

Auch das Schäumverfahren Cellmould zur Herstellung von Leichtbauteilen nutzt Etzel. Bei diesem Prozess handelt es sich um ein von Wittmann Battenfeld entwickeltes Verfahren zur Herstellung von Strukturschaum-Formteilen mithilfe der Direktbegasung der Schmelze mit durch ein physikalisches Treibmittel. Strukturschaum-Formteile zeichnen sich laut Wittmann Battenfeld durch eine kompakte Haut und einen geschäumten, also relativ leichten Kern aus. Mit der Cellmould-Leichtbautechnik sollen sich besonders leichte Formteile mit einer hohen Steifigkeit und ohne Einfallstellen produzieren lassen. Damit sind diese Teile vor allem für die Automobilindustrie, wo Qualität und geringes Gewicht eine große Rolle spielen, attraktiv. Die gesamte Anlagentechnik, wie die Plastifizierzylindereinheit, die Injektoren, die Gasregel- und Gaserzeugungseinheit werden von Wittmann Battenfeld entwickelt und gebaut.

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