Produktivitiäts-Push Bedingte automatische Problembehebung beim Innendrehen

Redakteur: Peter Königsreuther

Sandvik Coromant gelang eine spezielle Kombination aus Hard- und Software. Sie soll herkömmlichen Zerspanungsprozessen den Weg in die Automatisierung ebnen.

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Silent Tools Plus von Sandvik Coromant gibt es jetzt auch maschinenintegriert. Hier ein Blick auf die vibrationsdämpfende Bohrstange des Systems mit Anzeige. Es ist ein Teil einer neuen Automatisierungmöglichkeit von Dreh-Bohr-Prozessen, die Fehler vermeiden hilft.
Silent Tools Plus von Sandvik Coromant gibt es jetzt auch maschinenintegriert. Hier ein Blick auf die vibrationsdämpfende Bohrstange des Systems mit Anzeige. Es ist ein Teil einer neuen Automatisierungmöglichkeit von Dreh-Bohr-Prozessen, die Fehler vermeiden hilft.
(Bild: Sandvik Coromant)

Sandvik Coromant bietet diese neue Systemkombination als Coroplus Connected an. Mit ihr gelinge die bedingte Automatisierung von Bearbeitungsprozessen, was laut Anbieter einen wichtigen Schritt in Richtung Vollautomatisierung derselben bedeute. Die mithilfe von Coroplus Connected automatisierten Aktionen basieren auf Echtzeitdaten, heißt es weiter. Coroplus Connected wird zusammen mit Silent Tools Plus eingesetzt. Das sind sensorbasierte Bohrstangen mit Dämpfungsfunktion, erklären die Schweden. Damit wurde Letzteres Produkt weiterentwickelt und liegt nun als maschinenintegrierte Version vor.

Mit Coroplus Connected entsteht eine Prozessüberwachung, die erstmals automatische Gegenmaßnahmen auslösen kann, wenn Probleme und Abweichungen beim Innendrehen erkannt werden.

Sichtbarer Innendrehprozess killt Bedienerblindheit

Silent Tools Plus unterstützt die Zerspanung, indem die Schneidzone beim Innendrehen mit langer Auskragung für den Bediener sichtbar gemacht wird. Das System arbeitet mit vernetzten Adaptern und mit in die Bohrstange eingebetteten Sensoren. So können die Belastung, die Vibration, die Abdrängung, die Oberflächengüte und die Temperatur sowie die „In-Cut“-Erkennung bei Drehanwendungen überwacht werden. Die Lösung wurde entwickelt, um die „Bedienerblindheit“ beim Innendrehen zu überwinden – denn ohne direkte Sicht war es bislang äußerst schwierig, mögliche Gefahren bereits vor dem Bearbeitungsende festzustellen.

Setzt man beim Innendrehen das Silent Tools Plus mit dem neuen Coroplus Connected ein, kann man den Innendrehprozess, der sonst unsichtbar bleibt, auf einem Dashboard sehen. Wenige Eingabeparameter reichten, um eine Maschine auf Probleme reagieren zu lassen.
Setzt man beim Innendrehen das Silent Tools Plus mit dem neuen Coroplus Connected ein, kann man den Innendrehprozess, der sonst unsichtbar bleibt, auf einem Dashboard sehen. Wenige Eingabeparameter reichten, um eine Maschine auf Probleme reagieren zu lassen.
(Bild: Sandvik Coromant)

Wenn es um das präzise Bohren von großen Komponenten mittels Drehen geht (beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt sowie der Öl- und Gasindustrie) können Bearbeitungsfehler zu Ausschuss, Ausfallzeiten, Verzögerungen und damit horrenden Kosten führen, gibt Sandvik Coromant zu bedenken. Durch die nun auf einem Dashboard angezeigten Daten erhält der Bediener ein unmittelbares Bild von der Schneidzone. Das erlaubt es, bestehende Probleme, wie übermäßige Abdrängung, Vibrationen oder Setup-Fehler, zu erkennen, bevor Schäden auftreten, verspricht der Hersteller.

Nur einige Grenzwerte müssen eingegeben werden

Aufgrund der in die Bearbeitungsmaschine integrierbaren Version von Coroplus Connected wird mithilfe der Daten, die in der Schneidzone generiert werden, der Zerspanungsprozess automatisiert. Das habe den Vorteil, dass der Bediener das Maschinen-Dashboard nicht dauernd im Auge behalten müsse, während die Bearbeitung stattfinde.

Der Bediener muss nach Aussage von Sandvik lediglich die gewünschten Belastungs-, Vibrations- und Temperaturgrenzwerte einstellen. Das kann er entweder über das Software-Dashboard oder direkt im NC-Code. Sei das erledigt, schütze die bedingte Automatisierung den Prozess und reagiere, entsprechend der zuvor eingestellten Grenzwerte.

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