Phoenix Contact Bei Fehlerstrom-Schutzschaltern Errichtungsbestimmung beachten
In Beispielen werden die Einflüsse von anlagenseitig eingebauten Fehlerstrom-Schutzschaltern bezüglich ihrer Wirkung auf die eingesetzten Überspannungs-Schutzeinrichtungen aufgezeigt. Daraus ergeben sich Empfehlungen für Überspannungs-Schutzeinrichtungen, die der Errichtungsbestimmung entsprechen.
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Die Errichtungsbestimmung DIN VDE 0100-534:2009-02 gibt Planern, Errichtern, Betreibern und Prüfern Hinweise zur fachgerechten Installation von Überspannungs-Schutzeinrichtungen (ÜSE) in Niederspannungsanlagen. Dabei werden ganz unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt: Zum einen handelt es sich um Belange des Blitzschutzpotenzialausgleichs nach DIN EN 62305 (VDE 0185-305):2011-10. Und zum anderen geht es um den Schutz gegen Überspannungen aus indirekten, fernen Blitzeinschlägen sowie aus Schalthandlungen nach DIN VDE 0100-443:2007-06. Werden die Hinweise beachtet, wird die Anlagenverfügbarkeit auf Dauer wirksam erhöht.
Wie in nahezu allen Normenwerken verdeutlichen auch in DIN VDE 0100-534:2009-02 die Abbildungen den Normentext. In der Praxis lassen sich die Anwender bei der Umsetzung der Norm mehr von den Bildern leiten, als dass sie den Inhalt des Normentextes konsequent für den jeweiligen Anwendungsfall umsetzen.
Überspannungs-Schutzeinrichtungen müssen bestimmungsgemäß arbeiten
Überspannungs-Schutzeinrichtungen sind in Niederspannungsanlagen so einzubauen, dass sie unter allen möglichen Betriebszuständen der anlagenseitig vorhandenen Schutz- und Schalteinrichtungen ihre Aufgabe bestimmungsgemäß erfüllen können. Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD) trennen nachgeschaltete Stromkreise von speisenden. So können beispielsweise Überspannungs-Schutzeinrichtungen (ÜSE), die in Energie-flussrichtung vor einem RCD angeordnet sind, während des Abschaltens dieses RCD sowie nach dessen Abschaltung nicht mehr für nachgeschaltete Betriebsmittel wirksam sein.
Jede Elektrofachkraft wird sich beim Einsatz von ÜSE darüber Klarheit verschaffen müssen, ob die zugelassenen Schaltzustände von anlagenseitig vorhandenen Schutz- oder Schalteinrichtungen die Wirksamkeit dieser ÜSE einschränken können. Je nach Applikation sind die Einbauorte von ÜSE individuell festzulegen. Außerdem dürfen anlagenseitig vorhandene Schutzeinrichtungen gegen Brand oder gegen elektrischen Schlag nicht durch ÜSE, die nicht fachgerecht angeordnet sind, in ihrer Wirkung eingeschränkt oder unwirksam gemacht werden.
Fehlerstrom-Schutzschalter und Überspannung-Schutzeinrichtung
Anhand ausgewählter Beispiele werden mögliche Ausführungen einer fachgerechten Umsetzung von DIN VDE 0100-534:2009-02 vorgestellt. Die Anwendungsbeispiele sind für geerdete Niederspannungsanlagen (TN-S - oder TT- System) mit einer Nennspannung von 230/400 V ausgeführt. Anordnung und Auswahl der ÜSE bei Fehlerstrom-Schutzschaltern (RCD) werden dargestellt. Die Einbauorte von Überspannung-Schutzeinrichtungen werden in den Bildern 2 und 4 (siehe Bildergalerie) mit den Großbuchstaben F, G, H und I benannt.
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