Messen im Prozess Berührungsloses Messverfahren reduziert die Abrichtzyklen

Redakteur: Udo Schnell

Mit Doppelseiten-Planschleifmaschinen lassen sich gegenüberliegende Flächen von Werkstücken gleichzeitig bearbeiten. Ein integriertes Messsystem kann die Abnutzung der Schleifscheiben im Prozess erfassen. Dies reduziert die Anzahl der nötigen Prozessunterbrechungen für das Abrichten.

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Bild 1: Doppelseiten-Planschleifmaschine mit integriertem, berührungslosem Messsystem zum Bestimmen der Position der Schleifscheiben. (Bild: Peter Wolters)
Bild 1: Doppelseiten-Planschleifmaschine mit integriertem, berührungslosem Messsystem zum Bestimmen der Position der Schleifscheiben. (Bild: Peter Wolters)

Das Doppelseiten-Planschleifen − auch als DDG-Prozess bezeichnet (DDG: Double-Disc Grinding) − ermöglicht die gleichzeitige Schleifbearbeitung von zwei planparallelen Werkstückoberflächen. Der wesentliche Vorteil des Verfahrens liegt in der sehr hohen Ausbringungsmenge bei gleichzeitig besten Toleranzen.

Verschleißkompensation durch Post-Process-Messung

Das Konzept des Doppelseiten-Planschleifens basiert auf der Durchführung der Werkstücke zwischen den Planflächen zweier Schleifscheiben. Dabei wird der Materialtransport standardmäßig mit einer Transportscheibe verwirklicht.

Aufgrund der Schleifarbeit wird sowohl Material an den Werkstücken abgeschliffen als auch ein Verschleiß an den Schleifscheiben verursacht. Um das Maß der Werkstücke zu halten, muss dieser Verschleiß kompensiert werden.

Dies geschieht bei allen zeitgemäßen Maschinenkonzepten durch eine Post-Process-Messung. Diese ermittelt den Gesamtverschleiß beider Schleifscheiben (100-Prozent-Messung der Werkstücke).

Ermitteln des Kompensationsverhältnisses ist Hauptherausforderung bei der Prozessentwicklung

Der Verschleiß an beiden Schleifscheiben ist jedoch nur in seltenen Fällen gleichmäßig. Somit ist das Ermitteln eines Kompensationsverhältnisses zwischen oberer und unterer Schleifscheibe die Hauptherausforderung bei der Prozessentwicklung.

Weil die Rahmenbedingungen des Schleifprozesses (zum Beispiel Rohteilaufmaß, Rohteilverformungen oder Kühlmittelzustand) erheblichen Schwankungen unterliegen können, ist eine abschließende Ermittlung des Verschleißverhältnisses nicht gegeben.

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