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Industrie 4.0

Blechbearbeitung wird produktiver dank Digitalisierung und Vernetzung

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Trumpf-Software hilft Anwendern in der Blechbearbeitung

Bei der Software und der Vernetzung steht auch Trumpf nicht hinten an. Schon seit geraumer Zeit bieten die Ditzinger das Programm Trutops Boost an. Für den Anwender erfolgen Konstruktion, Teileabwicklung und die Erstellung der NC-Programme für das Laserschneiden, Stanzen und Biegen auftragsbasiert in einem System. Zwischenspeichern und Aufrufen in unterschiedlichen Applikationen ist damit nicht mehr notwendig. Das bringt Vorteile mit sich: Beispielsweise hat der Anwender alle Aufträge in aktueller Version und deren Status in ihrem Prozessschritt im Blick. Zudem erkennt Trutops Boost sofort, wenn an der Konstruktion oder der Programmierung eine Einstellung verändert wird. Die Software passt dann automatisch die vor- oder nachgelagerten Schritte an oder meldet, wenn ein Eingriff notwendig ist. Darüber hinaus betrachtet Trutops Boost Aufträge verfahrensübergreifend, erkennt Zusammenhänge und setzt sie automatisch um. So rechnet die Software bei Biegeteilen bereits in der Abwicklung notwendige Aussparungen ein und bereitet sie auf.

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Des Weiteren hat Trumpf nach eigenen Angaben Wert auf eine einfache Bedienung gelegt. So entsteht in drei Schritten aus einer Geometrie ein NC-Programm. Im ersten Schritt importiert der Anwender die Geometrie und trägt die Auftragsdaten wie Produktionsdatum, Stückzahl, Kunde oder Werkstoff ein. Das Programm unterstützt alle gängigen Dateiformate und liest sowohl 2D- als auch 3D-Geometrien. Im zweiten Schritt bereitet das System das Teil automatisch blechgerecht auf und erstellt eine Abwicklung. Im dritten Schritt berechnet die Software das NC-Programm für die vom Bediener ausgewählte Maschine. Möchte ein Spezialist die Programmierung selbst vornehmen, wechselt er in die Bearbeitungsebene Teczone. Auch auf dieser Ebene unterstützen viele Automatismen den Bediener.

Für die Vernetzung der Maschinen bietet Trumpf die Software Truconnect an. Sie hilft laut Unternehmen dabei, die Geschäftsprozesse ganzheitlich und individuell zu optimieren sowie Schnittstellen zu reduzieren. Damit will Trumpf seine Kunden Schritt für Schritt bis zu einer vollvernetzten, smarten Fabrik und damit in Richtung Industrie 4.0 führen. Der Maschinenbauer legt dabei Wert darauf, seine Kunden vor der Einführung individuell zu beraten. Dabei sollen Experten des Unternehmens zeigen, wie der Weg zur eigenen Smart Factory aussehen kann, welche Vorteile sie bringt und welche Schritte der Kunde dafür gehen muss. Grundsätzlich ist es laut Trumpf möglich, auch Maschinen anderer Hersteller einzubinden. Das Performance-Cockpit von Truconnect zeigt alle wichtigen Produktivitätskennzahlen auf einen Blick. Damit lassen sich Optimierungspotenziale im Produktionsablauf identifizieren.

Vernetzung verbessert Performance der gesamten Prozesskette Blech

Wie hoch der Produktivitätsgewinn durch Vernetzung sein kann, hat der Schwenkbiegemaschinenspezialist RAS Reinhardt ausgerechnet. Um die indirekten Prozesse und die Durchlaufzeiten zu reduzieren, hat das Unternehmen eine Software namens Bendex auf den Markt gebracht, die Step-, dxf- oder geo-Dateien importiert und das Biegeteil mit einem Mausklick programmiert. Obendrein bietet sie eine 3D-Simulation des Biegeablaufs. So kann der Konstrukteur neue Komponenten ohne spezielle Biegekenntnisse auf Machbarkeit überprüfen, bevor die erste Platine gefertigt wird. Zusätzliche Meetings und Absprachen zwischen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung sollen sich um 75 % reduzieren. Im Endeffekt zeigte das auf der Euroblech präsentierte, vernetzte System laut Hersteller eine um bis zu 640 % verbesserte Wirtschaftlichkeit.

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 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt