Krisenjahresbilanz

Bosch blickt trotz Krisenjahr zufrieden auf das Ergebnis

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Der Geschäftsverlauf 2020 nach Unternehmensbereichen

In den Bosch-Geschäftseinheiten wirkte sich die Corona-Pandemie rückläufig auf die Erlöse aus, einzig das Gebrauchsgütergeschäft ist im Umsatz gewachsen. Der vom Shutdown der Automobilindustrie besonders hart getroffene Unternehmensbereich Mobility Solutions erzielte 42,3 Mrd. Euro Umsatz. Mit einem Rückgang von 9,5 % entwickelte sich das Geschäft dennoch besser als der Markt, da die Automobilproduktion um 15 Prozent zurückging. Wechselkursbereinigt ergibt sich ein Minus von 8,1 %. Die Erlöse im Unternehmensbereich Consumer Goods legten um 5,2 % auf 18,6 Mrd. Euro zu, wechselkursbereinigt sogar um 8,2 %. Das Geschäft mit Haushaltsgeräten und Elektrowerkzeugen profitierte vom Trend der Konsumenten, sich auf den häuslichen Bereich zu konzentrieren. Der Unternehmensbereich Industrial Technology konnte sich der längeren Marktschwäche trotz seit Herbst steigender Auftragseingänge nicht entziehen. Der Umsatz von 5,1 Mrd. Euro blieb insgesamt mit 16 % unter Vorjahr, wechselkursbereinigt unter 15 %. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erreichte einen Umsatz von 5,4 Mrd. Euro. Während das Geschäft mit Thermotechnik sich durch Förderprogramme günstig entwickelte, belasteten viele ausgefallene Veranstaltungen das Produktgeschäft mit Beschallungs- und Konferenztechnik. Der Umsatzrückgang von 3,4 % entspricht wechselkursbereinigt einem Minus von 2 %.

Geschäftsverlauf 2020 nach Regionen

Den Umsatzeinbruch vom Frühjahr bekam Bosch in allen Regionen zu spüren: In Europa lag der Umsatz mit 38 Mrd. Euro etwa 5,7 % unter Vorjahr. Wechselkursbereinigt ist dies ein Rückgang von 4,6 %. In Nordamerika sanken die Erlöse um 14,0 % auf 10,8 Mrd. Euro, wechselkursbereinigt ein Minus von 12 %. In Südamerika erreichte der Umsatz 1,1 Mrd. Euro. Der Rückgang von 21 % entspricht wechselkursbereinigt lediglich 2,5 Prozent. In Asien-Pazifik lagen die Erlöse bei 21,7 Mrd. Euro und damit mit -1,4 % nur leicht unter Vorjahr – wechselkursbereinigt ergibt sich sogar ein Plus von 0,5 %. Geholfen hat die frühe Markterholung und die positive Entwicklung in China. Der Umsatz in China lag erstmals in der Bosch-Geschichte über dem Umsatz in Deutschland.

Die Mitarbeiterentwicklung war 2020 weitgehend stabil. Die Bosch-Gruppe beschäftigte zum Stichtag 31.12.2020 weltweit rund 394 500 Mitarbeiter. Damit konnte Bosch das Beschäftigungsniveau trotz Krise weitgehend halten. Veränderungen verzeichnete das Unternehmen im Wesentlichen in Deutschland und China. Im Bereich Forschung und Entwicklung hat Bosch leicht aufgebaut, um seine Investitionen in die Zukunft gezielt fortzuführen.

Ausblick 2021: Man will gestärkt aus der Krise kommen

Bosch rechnet mit langsamer Erholung der Weltwirtschaft für 2021 bei einem Wachstum von knapp 4 % – nach einem Rückgang von 4,5 % im Vorjahr. „Die Krise ist nicht vorbei,“ mahnt Asenkerschbaumer. Das Wachstum werde nicht nur durch weiterhin hohe Infektionszahlen und die damit erforderlichen gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Einschränkungen gedämpft. Auch politische Entwicklungen, wie etwa der Brexit und die unveränderte strategische Konkurrenzsituation mit potenziellen Handelseinschränkungen zwischen den USA und China, können die Entwicklung beeinträchtigen. „Trotz aller Herausforderungen bleibt unser Ziel, in den für uns wichtigen Branchen und Regionen stärker als die Märkte zu wachsen.“ Unabhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemie wolle Bosch die aufgrund des Strukturwandels notwendigen Anpassungsmaßnahmen fortsetzen und diese weiterhin möglichst sozialverträglich gestalten. „Die konsequente Arbeit an Kosten und Wettbewerbsfähigkeit hilft uns, eine starke finanzielle Basis für den Ausbau unserer Zukunftsfelder zu sichern.“

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