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Romi Brasilianischer Gigant schielt nach Europa

| Redakteur: Ken Fouhy

Mit 60,4 Mio. Euro Umsatz und einer Umsatzrendite von knapp 20% im ersten Quartal 2008 ist das brasilianische Unternehmen Industrias Romi S.A. einer der finanzstärksten Hersteller von Werkzeug- und Spritzgießmaschinen der Welt. Produktionskapazität für 3700 Werkzeug-, Spritzgieß- und Blasformmaschinen sowie eine Gießerei mit einer Jahreskapazität von derzeit 40000 t unterhält Romi in 140000 m² Fabrikhallen in Santa Barbara d‘Oeste in der Nähe von Sao Paulo.

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Seit 46 Jahren ist Amaury Torres de Miranda in der Werkzeugmaschinensparte bei Romi tätig; zuletzt als Direktor für internationales Marketing und Verkauf.
Seit 46 Jahren ist Amaury Torres de Miranda in der Werkzeugmaschinensparte bei Romi tätig; zuletzt als Direktor für internationales Marketing und Verkauf.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach dem erfolgreichen Börsengang im vergangenen Jahr ist die Kriegskasse des Unternehmens voll und weitere Expansionspläne sind bereits geschmiedet. Kurz vor dem Abschluss steht die Akquisition des italienischen Spritzgießmaschinenherstellers Sandretto für 5,5 Mio. Euro.

Eine Verdoppelung der Gießereikapazität in Brasilien ist ebenfalls bereits beschlossen. Eine zweite Gießerei für Großteile soll im nächsten Jahr in Santa Barbara d‘Oeste zusammen mit einem Maschinenpark für die Gussbearbeitung in Betrieb gehen.

Bis zu 700 Arbeitsplätze werden in der neuen Gießerei und der Gussbearbeitung geschaffen. Romi beschäftigt derzeit 2800 Personen, die meisten davon in Brasilien.

385 Mio. US-Dollar für Investitionen und Übernahmen

Insgesamt 385 Mio. US-Dollar werden bis 2011 in Akquisitionen und den Ausbau der eigenen Produktionsstätten und Vertriebswege investiert, kündigt Amaury Torres de Miranda, Direktor für internationales Marketing und Verkauf in der Werkzeugmaschinensparte, an. Um 30% solle die Produktionskapazität erweitert werden, sagt Amaury, der seit 1962 bei Romi arbeitet und in diesem Jahr die Veranwortung für das internationale Geschäft an Hermes Alberto Lago Filho abgibt.

Weitere Akquisitionen, unter anderem auch im Werkzeugmaschinenbereich, würden derzeit geprüft. Ein verbesserter Zugang zu internationalen Märkten sei eines der Hauptziele solcher Akquisitionen, erläutert Amaury.

Zusätzlich zu den Akquisitionen soll eine Ausweitung des Exportes die Wachstumsraten des Unternehmens beschleunigen. Derzeit werden nur 15% des Firmenumsatzes mit Exporten erzielt – davon gehen etwa die Hälfte nach Nordamerika und ein Drittel nach Europa. In Deutschland werden die Werkzeugmaschinen von Romi von der Hommel-Gruppe, Bochum, vertreten – Spritzgieß- und Blasformmaschinen exportiert Romi bisher nicht.

Absatz von Werkzeugmaschinen soll in Deutschland stark steigen

„Etwa 100 Romi-Werkzeugmaschinen werden wir in diesem Jahr in Deutschland verkaufen“, prognostiziert Hommel-Geschäftsführer Gisbert Krause. In nächstem Jahr sollen es 150 werden.

Derzeit investiert Romi etwa 4% des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Nach Firmenangaben stammten 45% des Umsatzes im vergangenen Jahr aus dem Erlös von Maschinen, die weniger als 3 Jahre alt waren. Dieser Anteil hatte im Jahr 2006 noch bei 36% gelegen.

„Ein hohes technisches Niveau, hervorragende Maschinensteifigkeit und Schnitteigenschaften sowie ein Preisvorteil von 20% im Vergleich zu den besten deutschen Herstellern sind unsere Verkaufsargumente“, sagt Ralf Giebeler, Hommel-Vertriebsleiter für die Romi-Produktreihe. Vor allem die Teach-In Lathes der Firma seien in Deutschland gefragt und hier sei Romi an der technischen Spitze, meint Giebeler.

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