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CAM-Programmierung auf der virtuellen Maschine
Im Unterschied zu anderen CAM-Systemen erzeugt der Anwender seine NC-Programme mit Topsolid CAM in einer virtuellen Maschinenumgebung. Weil nicht für alle bestehenden Maschinen 3D-Modelle zur Verfügung standen, mussten die CAM-Programmierer sie zum Teil in der Werkstatt aufnehmen. Moldtech modellierte dann die Maschinen in 3D nach und bildete in den Modellen auch die Kinematik ab.
Einfacher war die Anbindung des neuen Bearbeitungszentrums, weil Axa und Moldtech dort von Anfang an gut zusammenarbeiteten. Der Maschinenhersteller bereitete das 3D-Modell so auf, dass Moldtech die Kinematik optimal abbilden konnte. Noch vor der Auslieferung der Maschine stellt das Systemhaus einen Basispostprozessor bereit, damit Axa überprüfen konnte, ob die Dreh- und Fräsoperationen korrekt in die Maschinensprache übersetzt werden.
Postprozessor an das Bearbeitungszentrum angepasst
Der Postprozessor musste dann natürlich noch an die maschinenspezifischen Besonderheiten angepasst werden, insbesondere was die Beschränkung der Fünf-Achs-Bearbeitung im rechten Arbeitsraum anbelangt. Bedingt durch die Pendelwand lässt sich der Kopf nur in eine Richtung voll schwenken, sodass man die Bearbeitung auf der Gegenseite über die Drehung des Rundtisches steuern muss.
Dabei hat Haver & Boecker noch nie eine so komplexe Maschine so schnell zum Laufen gebracht. Vier Wochen nach Lieferung konnte angefangen werden zu produzieren.
Um die NC-Bearbeitung schneller programmieren und zuverlässig simulieren zu können, hat Haver & Boecker nicht nur die Maschinen, sondern auch die Spannsysteme und Werkzeuge eins zu eins im CAM-System abgebildet. Die Schraubstöcke wurden unter Bezugnahme auf das Nullpunktspannsystem komplett parametrisiert, um über die Eingabe von wenigen Parametern alle Spannsituationen darstellen zu können.
Vorlagen mit Standardaufspannungen im CAM-System hinterlegt
Für jede Maschine wurden 10 bis 15 Vorlagen mit Standardaufspannungen definiert: Wenn das Werkstück auf die Maschine gespannt wird, fragt das CAM-System, welche Vorlage verwendet und wo das Werkstück eingespannt werden soll. Das alles zu hinterlegen, hat viel Arbeit gekostet, spart aber jetzt bei der Programmierung enorm viel Zeit. Der Anwender kann seine Bearbeitung mit Topsolid CAM aber auch ohne Aufspannung programmieren, etwa wenn die Abbildung der Spannsituation unnötiger Aufwand wäre.
Intensiv genutzt wird bei Haver & Boecker die Werkzeugverwaltung Topsolid Tool, die mittlerweile 1500 bis 2000 parametrisch aufgebaute Werkzeuge enthält. Die CAM-Programmierer pflegen nicht nur die Werkzeuge in die Datenbank ein, sondern auch die Aufnahmen und Verlängerungen.
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