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Aus den einzelnen Komponenten bauen sie die Komplettwerkzeuge zusammen, so wie sie für die jeweilige Bearbeitung benötigt werden. Dank entsprechender Filterfunktionen sehen sie bei der NC-Programmierung immer nur die Werkzeuge, die in der jeweiligen Maschine eingesetzt werden können, sofern sie nicht schon standardmäßig eingerüstet sind.
Neues CAM-System hat Programmierzeiten deutlich verkürzt
In Topsolid Tool sind auch die materialspezifischen Schnittdaten für die unterschiedlichen Bearbeitungsstrategien hinterlegt. Ändert der Maschinenbediener bei der Bearbeitung etwas an den Einstellungen, meldet er das an die CAM-Programmierer zurück, die das NC-Programm sofort aktualisieren. Dadurch ist gewährleistet, dass bei einem erneuten Programmaufruf, beispielsweise nach einer Konstruktionsänderung, immer die aktuellen Schnittdaten verwendet werden.
Dank der konsequenten Abbildung der Maschinen, Spannsysteme und Werkzeuge in Topsolid CAM haben sich die Programmierzeiten bei Haver & Boecker deutlich verkürzt. Je nach Komplexität des Werkstücks ist man etwa 50% schneller.
Verbesserung der Prozesssicherheit durch neues CAM-System
Mindestens ebenso wichtig ist, dass sich die Prozesssicherheit dank der Möglichkeit, die Bearbeitung am Rechner zu visualisieren und zu simulieren, erheblich verbessert hat. Dadurch können neue NC-Programme zügiger eingefahren werden. Die Maschinenbediener ändern bei der Bearbeitung vielleicht hier und da noch die Drehzahl oder die Vorschübe, aber die berechneten Werkzeugbahnen stimmen.
Anhand des Rüstblatts erkennen sie, ob ein Werkstück zum ersten Mal auf der Maschine läuft und ob die Änderungsstände von NC-Programm und Zeichnung übereinstimmen. Weitere Zeiteinsparungen im Prozess hält man für möglich, wenn es gelingt, laufende und neue Bauteile konstruktionsseitig noch stärker zu vereinheitlichen, sodass sie mit wenigen Sonderwerkzeugen bearbeitet werden können.
Aber auch in der Produktion gibt es noch Verbesserungspotenzial: Nach Einführung der Fünf-Achs-Technik, eines CAM-Systems und einer Datenbank geht es nun darum, das Maschinenumfeld und die Logistikprozesse weiter zu verbessern. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Schaffung eines neuen Einrichtplatzes, an dem Werkzeuge, Messmittel und Vorrichtungen zentral für den nächsten Auftrag vorbereitet werden. Ziel ist es, an jeder Maschine einen „Sichtpuffer“ von Aufträgen zu haben, damit sie mit möglichst wenig Warte- und Vorbereitungszeiten schnell umgerüstet werden kann.
* Dirk Böhlefeld ist Senior-Produktmanager bei der Moldtech GmbH in 33154 Salzkotten. Michael Wendenburg ist Fachjournalist in 41005 Sevilla (Spanien)
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