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Dürr

Chinesischer Elektroautohersteller kauft deutsche Lackieranlage

| Autor: Stéphane Itasse

In der neuen Lackieranlage für JAC ist der Eco-Bell3-Ci-Zerstäuber für die Innenlackierung erstmals bei einem chinesischen Hersteller im Einsatz.
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In der neuen Lackieranlage für JAC ist der Eco-Bell3-Ci-Zerstäuber für die Innenlackierung erstmals bei einem chinesischen Hersteller im Einsatz. (Bild: Dürr)

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Eine vollautomatische Lackiererei für den chinesischen Elektroautohersteller JAC (Anhui Jianghuai Automobile) baut der Anlagenhersteller Dürr.

Das Werk in Hefei ist auf eine Kapazität von 100.000 Einheiten pro Jahr ausgelegt und soll im Juni 2018 den Betrieb aufnehmen, wie Dürr weiter berichtet. Die Integration zahlreicher digitaler Systeme machen die Lackiererei zu einer Smart Factory mit umfassender Datennutzung. Die Steuerung der Anlage mit Datenerfassung und -auswertung sowie Anlagenüberwachung übernimmt die Dürr-Software Itac-MES-Suite.

Lackieranlage beschichtet auch Teile für die Endmontage

In Elektrofahrzeugen werden vermehrt Kunststoff- und Leichtbauteile eingesetzt, die separat lackiert und erst in der Endmontage an die Karosserie montiert werden. Auf diese Veränderungen stellen sich die Abläufe in den Lackierlinien ein.

Energieeinsparungen beim Lackieren gehen weiter

Oberflächentechnik

Energieeinsparungen beim Lackieren gehen weiter

14.08.17 - Beim Lackieren lässt sich noch viel Energie einsparen, auch wenn das Verfahren schon länger im Fokus steht. Findige Ingenieure entwickeln dafür weitere Neuheiten, die die Ressourceneffizienz weiterbringen. Und auch andere Oberflächenverfahren bieten Potenzial. lesen

Bevor die Karosserien in der Lackierkabine ihren Decklackauftrag erhalten, durchlaufen sie die Vorbehandlung und die kathodische Tauchlackierung (KTL). Für den Auftrag des Korrosionsschutzlacks kommt das Rotationstauchverfahren Rodip zum Einsatz. Die Rotationsbewegung der Karosserien ermöglicht den Verzicht auf Ein- und Auslaufschrägen beim Tauchbecken, was zu einer Platzersparnis führt. Aufgrund kleinerer Badvolumina verbraucht Rodip weniger Energie, Wasser und Chemikalien.

Im Anschluss werden die Nähte am Unterboden abgedichtet, ein Unterbodenschutz aufgetragen und Dämmschutzmatten im Innern der Karosserie aufgespritzt. Diese Aufgaben übernimmt der neue Ecogun2-3D-Applikator. Aus der neuen Kanalführung im Applikatorkopf resultieren höhere Standzeiten und ein geringeres Druckniveau in der Materialversorgung. Die Applikatoren sind auf insgesamt acht Eco-RS-16- beziehungsweise Eco-RS-30L16-Robotern montiert und tragen das Dichtungsmaterial vollautomatisch auf die Karosserien auf.

Lösemittelemissionen der Lackieranlage reduziert

Die Lackierlinie selbst besteht aus einer Füllerstation sowie einer Innenlackier- und zwei Außenlackierstationen für den Decklack. Hier werden die Karosserien teilweise ausgeschleust und für die Zweiton-Dachlackierung erneut in die Decklacklinie gefördert. Der abschließende Klarlackauftrag erfolgt ebenfalls in vollautomatischen Lackierstationen. Zur Reduzierung der Lösemittelemissionen wird der Abluftstrom nicht nur aus den Klarlackkabinen, sondern auch aus den Farbmischräumen abgereinigt.

Insgesamt sorgen 26 Eco-RP-E/L033- und Eco-RP-E/L133-Roboter für den Lackauftrag. Acht Eco-RP-130-Scara-Roboter unterstützen den Lackierprozess als Türöffner und ein Eco-RP-133 agiert als Haubenöffner im Frontbereich. Die Kofferraumhaube sowie die Kotflügel für die Elektrofahrzeuge sind aus Kunststoff und werden erst später an die Karosserie montiert. Auf den Haubenöffner im Heckbereich kann daher verzichtet werden.

Erstmals bei einem lokalen chinesischen Automobilhersteller werden die Eco-Bell3-Ci-Zerstäuber eingesetzt. Sie eignen sich für die Innenlackierung mit Wasserlacken und kommen dabei ohne Potenzialtrennung aus. Durch die kompakte Bauweise erreicht der Zerstäuber jeden Winkel im Innern der Karosserie. Die Hochspannungstechnik agiert mit minimaler Eigenverschmutzung und liefert einen maximalen Lackauftragswirkungsgrad. Kurze Spül- und Farbwechselzeiten sowie schnelle Reinigungsintervalle im Zusammenspiel mit dem Zerstäuberreiniger Eco-Bell-Cleaner D2 erhöhen die Anlagenkapazität.

Lackieranlage setzt bereits Industrie-4.0-Ansätze um

Neben der Produktionssteuerung enthält die Lackieranlage als Industrie-4.0-Element auch eine neue Software für die Frisch- und Abluftsteuerung bei den Trocknern. Das Luftmanagementsystem Eco-Smart VEC liefert Energie nach Bedarf. Damit sinkt der Verbrauch von Gas und Strom beim Trocknen der Karosserien. Bei konventionellen reingasbeheizten Trocknersystemen werden Frischluftversorgung und Abluftentsorgung mit einem konstanten Volumenstrom gefahren. Das Luftmanagementsystem Eco-Smart VEC hingegen steuert den Volumenstrom von Frisch- und Abluft in Abhängigkeit von Anzahl und Position der Fahrzeuge, die sich im Trockner befinden. Es stellt somit stets eine optimale und individuelle Versorgung jeder einzelnen Trocknerzone sicher. Die Abluft aus den Trocknern wird über die Nachverbrennung Ecopure TAR mit Wärmerückgewinnung gereinigt und danach wieder zur Trocknerbeheizung genutzt.

Die Robotersteuerung Eco-RPC stellt smarte Testfunktionen wie Ventil-, Bremsen- oder Pumpentests zur Verfügung. Auf dieser Basis erhält der Betreiber jederzeit ein Zustandsbild der Anlagentechnik. Über Ampelfunktionen werden die Ergebnisse der Tests visualisiert. Daraus ist für den Anlagenbediener zu erkennen, ob beispielsweise ein Ventil sofort zu tauschen ist oder ob alles zuverlässig arbeitet.

Eine weitere intelligente Softwarefunktion der Eco-RPC-Steuerung regelt das Zusammenspiel von Hauptnadel im Zerstäuber und Dosierpumpe. Das selbstlernende System ermöglicht genaue Schaltpunkte für die Lackierbahnen der Roboter und ermittelt gleichzeitig den Verschleiß an Pumpe und Nadel. Die sensorbasierte Farbdruckregelung sorgt zudem für eine minimale mechanische Beanspruchung der Pumpe sowie für eine konstante Ausflussmenge. Für eine intelligente Fabrik, lassen sich die Robotersteuerungen in ein zentrales Datennetz einbinden und sind in der Lage, alle Informationen der Sensoren und Aktoren an übergeordnete Wartungs- und Steuerungssysteme zu übertragen.

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