Suchen

Motek 2019

Clinchen ohne Verzug erzeugt hohe Leitfähigkeit

| Redakteur: Nadine Schweitzer

Durch Clinchen von Blechen entstehen aufgrund sogenannter metallischer Mikrokontakte verlässliche elektrisch leitfähige Verbindungen.

Firma zum Thema

Über den Form- und Kraftschluss hinaus entsteht beim Clinchen auch Stoffschluss in Form von metallischen Mikrokontakten.
Über den Form- und Kraftschluss hinaus entsteht beim Clinchen auch Stoffschluss in Form von metallischen Mikrokontakten.
(Bild: Tox Pressotechnik)

Das Familienunternehmen Tox Pressotechnik, das sich auf Verbindungs- und Umformtechnik spezialisiert hat, bringt auf der Motek die Vorzüge des Clinchens in Erinnerung. Diesem seit langem bewährten Verfahren, mit dem zwischen Blechen unlösbare Verbindung in druckknopfartiger Form hergestellt werden können, prognostizieren die Fachleute des Hauses im Rahmen der Elektrifizierung des Automobilbaus einen neuen Aufschwung.

Tox Pressotechnik stellt mehrere Vorteile heraus: Der Zieh-Pressvorgang beschädigt nicht die Materialoberfläche und ist höchst flexibel in puncto Blechdicke, Güte und Oberfläche. Zudem können mehrere Lagen zuverlässig miteinander verbunden werden.

Weil der Prozess – anders als beim Schweißen oder Löten – ohne Wärmezufuhr abläuft, findet kein Verzug im Werkstück statt. Darüber hinaus lässt sich der Prozess automatisch und präzise überwachen. „Diese Vorteile sind sehr wichtig für eine weitere Besonderheit des Fügepunkts: Clinch-Verbindungen sind elektrisch leitend“, sagt Dr.-Ing. Wolfgang Pfeiffer, Geschäftsführer der Tox Pressotechnik GmbH & Co. KG.

Er beruft sich auf Forschungen der TU Dresden, bei denen in Betrachtungen der Fügezone Gesichtspunkte für die Leitfähigkeit von Clinchpunkten untersucht wurden. Dabei stellte sich heraus, dass es beim Clinchen über den Form- und Kraftschluss hinaus auch zu einem Stoffschluss in Form von sogenannten metallischen Mikrokontakten kommt: „Die gefügten Bleche fließen quasi ineinander, was eine optimal leitfähige Struktur ergibt“, sagt Pfeiffer.

Durch Clinchen lässt sich Aluminium mit Kupfer verbinden, eine Materialkombination, die oft in Batteriemodulen verwendet wird, ohne eine isolierende intermetallische Phase zu erzeugen. Außerdem verdoppelt das von Tox Pressotechnik modifizierte Verfahren laut Pfeiffer nahezu die wirksame Verbindungsfläche, wodurch die Leitfähigkeit des Rundpunkts im Vergleich zu anderen Fügeverfahren deutlich erhöht wird.

Laut Pfeiffer sind jedoch einige Aspekte zu beachten. Er nennt ein Beispiel: „Durch den elektrischen Widerstand entwickelt sich bei großen Stromstärken lokal eine starke Hitze, die zum Ausfall der Verbindung führen kann.“ Solche Schadensverläufe seien aber bei allen anderen Verfahren ebenso denkbar. „In der Elektrokontaktierung“, fast Pfeiffer zusammen, „ist also eine erhöhte Sorgfalt wichtig.“

Tox Pressotechnik GmbH & Co. KG auf der Motek 2019, Halle 4, Stand 4215.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46147171)