High-End-Steuerung CNC steuert Bearbeitungszentrum und Roboter-Werkzeugwechsler

Autor / Redakteur: Michael Strahlberger / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Die riesigen Bearbeitungszentren eines österreichischen Herstellers ermöglichen es Anwendern, tonnenschwere Teile in einer Aufspannung zu fertigen. Zum Werkzeugwechsel dient ein Knickarmroboter. Trotz hoher Komplexität ist die Anlage über eine High-End-CNC als zentrale Steuerung übersichtlich zu bedienen.

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Mit den riesigen Bearbeitungszentren der Mpmc-Baureihe von Weingärtner werden zig Tonnen schwere Wellen bearbeitet.
Mit den riesigen Bearbeitungszentren der Mpmc-Baureihe von Weingärtner werden zig Tonnen schwere Wellen bearbeitet.
(Bild: Weingärtner)

Das Motto „all in one“ ist in vielen Bereichen und Lebenslagen ebenso beliebt wie sinnvoll: vom Duschgel für Haar und Haut über Multifunktionswerkzeuge mit Messer, Säge, Schere bis hin zu Multitasking-Werkzeugmaschinen, die verschiedenste Bearbeitungstechnologien vereinen. Insbesondere in der Schwerzerspanung wissen es Fertigungsbetriebe und -abteilungen zu schätzen, wenn das eingesetzte Bearbeitungszentrum ein Alleskönner ist. Denn speziell in dieser Branche ist das Umspannen der riesigen Werkstücke mit viel Aufwand verbunden.

Genau diese Nische bedient die Weingärtner Maschinenbau GmbH, ein österreichischer Hersteller von multifunktionalen Bearbeitungszentren der XXL-Klasse (Bild 1). Gründe für diese Ausrichtung gibt es viele, wie Klaus Geissler, Vertriebsleiter des Unternehmens, bekräftigt: „Für mittelständische Betriebe, wie wir es sind, ist es immer besser, sich zu spezialisieren. Da wir uns schon seit der Firmengründung mit der Fertigung von Großteilen befassen, liegt es nahe, dieses umfangreiche Know-how für den Maschinenbau zu nutzen.“

Vor 50 Jahren wurde Weingärtner als Lohnfertigungsbetrieb gegründet. Heute macht dieses Geschäft noch etwa 10 % des Umsatzes aus. 90 % werden mit der Entwicklung und Herstellung von großen, geschlossenen Bearbeitungszentren verdient, zu denen die Mpmc-Baureihe gehört. Diese Maschinen eignen sich für jegliche Art der Metallbearbeitung – vom Drehen und Fräsen über das Wirbeln, Bohren, Gewindebearbeiten und Tieflochbohren bis hin zum Polieren der Werkstücke.

Megawerkstücke können mikrometergenau bearbeitet werden

Hergestellt werden mit dieser Baureihe insbesondere Großkurbelwellen, Turbinen, Generatorwellen und viele weitere Produkte für die Schwerindustrie, zu denen Unternehmen des Schiffbaus und der Energietechnik ebenso zählen wie Großmotorenbauer. Je nach Maschinenmodell – von der 600er- bis zur 2000er-Serie – können die Werkstücke auf einer Länge von 1 bis 25 m und mit einem Durchmesser bis 2 m bearbeitet werden.

Der technische Aufbau ist bei allen Maschinen dieser Baureihe ähnlich: Eine hochsteife Grundkonstruktion sorgt für die nötige Stabilität und Master/Slave-Antriebe mit elektrischer Vorspannung für spielfreie Bewegung. Darüber hinaus ist die Zuführung der Werkstücke mit einem Kran stets vertikal zur Maschine möglich und das automatische Werkzeugwechselsystem samt Kuka-Knickarmroboter KR60 hat der Maschinenbauer platzsparend an der Maschinenrückseite positioniert.

Als Steuerung der gesamten Einheit kommt mit der Sinumerik 840D sl standardmäßig die High-End-CNC von Siemens zum Einsatz (Bild 2). Vertriebsleiter Geissler lobt dabei besonders das Technikpaket Sinumerik Mdynamics: „Obwohl unsere Maschinen extrem groß sind, brauchen unsere Kunden oft hohe Oberflächenwerte im Bereich von Ra = 0,8 µm und Bearbeitungsgenauigkeiten von 10 µm (Bild 5). An einzelnen Stellen der Megawerkstücke sind häufig sogar 5 µm gefordert. All das können wir gewährleisten und dazu trägt unter anderem die CNC von Siemens bei.“

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