Strategie

Controlling für Produktionsleiter

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Zunehmende Erwartungen an Produktionsleiter

Die Digitalisierung, die Internationalisierung sowie der zunehmende Wettbewerb erhöhen den Druck auf Unternehmen und Mitarbeiter, sich ständig weiterzuentwickeln. Von Fachbereichen, die bisher wenig mit betriebswirtschaftlichen Prozessen zu tun hatten, zum Beispiel in der Produktion oder in der Forschung und Entwicklung, wird immer häufiger eine ganzheitliche Businesskompetenz und damit ein mehr oder minder breites betriebswirtschaftliches Verständnis über Strategien und Kennzahlen verlangt.

Unter anderem für Produktionsleiter wird Weiterbildung daher immer entscheidender. So sollten sie mit den Begriffen Lean Management, Working Capital Management und Overall Equipment Effectiveness möglichst etwas anzufangen wissen.

Doch auch für erfahrene Controller spielt Weiterbildung gerade in Zeiten der Digitalisierung eine immer größere Rolle. In zunehmend kürzeren Abständen entstehen neue Werkzeuge, die schnellere, detailliertere und zum Teil neuartige Einblicke liefern. Techniken wie Process Mining, Robotic Process Automation oder Augmented Reality bieten zudem auch und insbesondere im Produktions-Controlling ganz neue Möglichkeiten.

Den Überblick zu bewahren und zu entscheiden, wo die eigenen Schwerpunkte gesetzt werden sollen, ist herausfordernd. Entsprechende Weiterbildungen können Hilfestellung leisten, indem sie aufzeigen, welche neuen Anwendungen gerade entstehen, was vielleicht schon in anderen Unternehmen erfolgreich eingesetzt wird und wie man bei der Einführung neuer Tools am besten vorgeht.

Betrachtet man die Zukunft des Berufs selbst, so ist Eiselmayer trotz zunehmender Automatisierung und Techniken wie Künstlicher Intelligenz zuversichtlich. Er geht nicht davon aus, dass Controller irgendwann einmal durch Maschinen oder Programme ersetzt und letztendlich gar nicht mehr gebraucht werden. „Auch ein guter Teil der heutigen Controller-Tätigkeiten wird automatisiert werden, allen voran die oft mühsame Erstellung von Berichten, wo Daten aus unterschiedlichen Systemen aufwendig zusammengetragen werden müssen. Die persönliche Beratung bei der Entscheidungshilfe und Analyse sowie das Mitwirken bei neuen, kreativen Lösungsansätzen und der strategischen Planung wird aber bleiben“, so die Einschätzung des Controlling-­Experten.

Mehr Erfahrung, mehr Gehalt: Weiterbildung zahlt sich aus

Abbildung 1: Je nach Erfahrungsgrad unterscheidet sich auch der Verdienst von Controllern.
Abbildung 1: Je nach Erfahrungsgrad unterscheidet sich auch der Verdienst von Controllern.
(Quelle: Robert Half)

Es kann sich also durchaus noch lohnen, in die Karriere als Controller zu investieren – und auch gehaltstechnisch macht die Erfahrung einen deutlichen Unterschied, wie Abbildung 1 zeigt.

So kann ein Controller, der viel Expertise vorzuweisen hat, in der Produktion ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 115.500 Euro erzielen. Das entspricht einer Gehaltssteigerung von 45 % im Vergleich zu einem Produktionscontroller mit mittelmäßiger Erfahrung und überdurchschnittlicher Qualifikation (79.500 Euro Bruttojahresgehalt).

Auf dem neusten Stand zu sein, hilft also nicht nur dem jeweiligen Unternehmen, sondern im Idealfall auch der eigenen Karriere. Dabei spielt es keine Rolle, ob man möglicherweise bereits seit einigen Jahren im Controlling tätig ist oder aber erst jetzt im Zuge der Digitalisierung und der Übernahme neuer Aufgaben mit dem Thema in Kontakt kommt.

Für Controller in der Produktion und all diejenigen, die es vielleicht einmal werden wollen, hat Eiselmayer auch direkt drei konkrete Tipps:

  • Verstehen Sie die Abläufe in der Produktion und die Entscheidungen, welche zu treffen sind, bevor Sie sich daranmachen, mit einem besseren Zahlenwerk Unterstützung zu bieten!
  • Kennen Sie die Strategie des Unternehmens, die in der Produktion umgesetzt werden soll!
  • Suchen Sie laufend nach Schwachstellen, Ursachen und helfen Sie vor Ort, Verbesserungen zu erzielen!

Mindestens ebenso wichtig ist es jedoch, nicht den Fehler zu begehen, sich lediglich mit der Analyse zufriedenzugeben. „Control­ling in der Produktion darf sich nicht darin erschöpfen, viele Zahlen zusammenzutragen und in Berichte zu gießen – das ist bestenfalls eine Vorstufe“, so der Controlling-Experte. „Einen guten Bericht erkennt man daran, dass er Maßnahmen auslöst. Soll heißen, es muss immer einen Sinn und Zweck geben, wozu man sich mit Zahlen beschäftigt. Soll die Auslastung verbessert werden? Müssen Kosten reduziert und die Flexibilität erhöht werden? Und welcher Strategie folgt das?“

Letztendlich muss es also darum gehen, zu einer Entscheidungsfindung beizutragen, die dann auch umgesetzt werden kann.

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Über den Autor

 Melanie Krauß

Melanie Krauß

Redakteurin Management & IT und Karriere & Weiterbildung