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Controlling für Produktionsleiter

| Autor: Melanie Krauß

Mithilfe von Produktions-Controlling können Führungskräfte bei ihren Entscheidungen unterstützt und betriebliche Abläufe effizienter gestaltet werden. Die Digitalisierung liefert dabei gleichzeitig neue Möglichkeiten und Herausforderungen.

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Controlling bedeutet nicht nur, Zahlen zusammenzutragen. Es sollten immer auch Maßnahmen folgen.
Controlling bedeutet nicht nur, Zahlen zusammenzutragen. Es sollten immer auch Maßnahmen folgen.
( Bild: ©MG - stock.adobe.com )

Abläufe verbessern, Menschen und Maschinen auslasten, Lagerbestände optimieren und sich mit den Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 auseinandersetzen – das sind nur einige der Anforderungen, denen sich Produktionsbetriebe derzeit stellen müssen. Um nicht den Überblick oder gar den Kopf zu verlieren, ist professionelles Controlling gefragt.

Ein Controller beschäftigt sich mit den Zahlen des Unternehmens und stellt wichtige Informationen für die Unternehmenssteuerung zur Verfügung. Das kann eine Empfehlung für eine kurzfristige Preisuntergrenze sein oder auch ein Vergleich von Investitionsalternativen in der Fertigung. Dabei werden auch strategisch relevante Informationen wie der Zuwachs oder Verlust von Know-how oder die Abhängigkeit von einem Zulieferer miteinbezogen.

Langfristig baut der Controller ein System auf, das verantwortliche Führungskräfte dabei unterstützen soll, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Controlling ist also ein zukunftsgerichteter Prozess, der nicht mit Kontrolle gleichzusetzen ist. Die Kernfrage lautet: Was muss heute getan werden, um später erfolgreich zu sein? Dementsprechend ist Controlling ein entscheidender Faktor, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens geht.

Dr. Klaus Eiselmayer, Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss der International Group of Controlling (IGC) und Mitglied im Vorstand des Internationalen Controller Vereins (ICV), ist als fachlicher Leiter des Trainerteams der CA Controller Akademie tätig. Der Experte weist darauf hin, wie wichtig es ist, das Controlling im Unternehmen professionell aufzuziehen: „Wenn jemand eine Firma gründet, reicht es vielleicht aus, wenn der Steuerberater die Ergebnisrechnung aufstellt. Wenn aber die Bank einen Businessplan verlangt, wenn für ein neues Produkt ein notwendiger Mindestpreis bestimmt werden muss oder wenn Kunden nach ihrem Potenzial bewertet werden sollen, dann ist ‚Stand-der-Technik’ Zahlenhandwerk gefordert.“

Herausforderungen beim Controlling in der Produktion

Gerade in der Produktion warten jedoch einige Herausforderungen auf Controller, denn selbst ähnliche Produktionsprozesse gleichen sich niemals vollständig. Es gilt also, die Besonderheiten zu verstehen, sowohl in den internen Prozessen, der Lieferkette und den Ansprüchen der Kunden als auch im Wettbewerb. Das Unternehmen muss sich fragen: Was sind die relevanten Kernkompetenzen und Differenzierungsmerkmale, welchen Einfluss haben sie bei der Preisbildung und wie wirkt sich das auf Marktanteil und Umsatzentwicklung aus?

„Controlling in der Produktion empfand ich selbst als sehr spannend, besonders bei meiner früheren Tätigkeit bei Porsche und Magna, da es sehr vielfältig ist“, erzählt Eiselmayer. „Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, ist Einzigartigkeit gefragt. Damit man sich gegen Produkte aus Niedriglohnländern durchsetzen kann, braucht man innovative, kundenindividuelle Lösungen, hohe Qualität, effiziente Herstellung, eventuell das Auslagern der Produktion von einfach herzustellenden Komponenten.“

Controller-Leitbild Controller leisten als Partner des Managements einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Erfolg der Organisation. Sie ...
  • gestalten und begleiten den Managementprozess der Zielfindung, Planung und Steuerung, sodass jeder Entscheidungsträger zielorientiert handelt. sorgen für die bewusste Beschäftigung mit der Zukunft und ermöglichen es dadurch, Chancen wahrzunehmen und mit Risiken umzugehen.
  • integrieren die Ziele und Pläne aller Beteiligten zu einem abgestimmten Ganzen.
  • entwickeln und pflegen die Controlling-Systeme. Sie sichern die Datenqualität und sorgen für entscheidungsrelevante Informationen.
  • sind als betriebswirtschaftliches Gewissen dem Wohl der Organisation als Ganzes verpflichtet.
  • (Quelle: Controller-Leitbild der IGC – International Group of Controlling)

    Controlling ist das Marketing des Rechnungswesens

    Ein Controller muss also einige Fähigkeiten aufweisen, um den Überblick nicht zu verlieren. Neben betriebswirtschaftlichen Kenntnissen ist vor allem Interesse für die Produkte und Dienstleistungen sowie für die Abläufe und Prozesse gefragt.

    Laut Dr. Klaus Eiselmayer, Mitglied des Vorstands der CA Akademie AG, sollten Controller Interesse an den Menschen im Unternehmen mitbringen.
    Laut Dr. Klaus Eiselmayer, Mitglied des Vorstands der CA Akademie AG, sollten Controller Interesse an den Menschen im Unternehmen mitbringen.
    ( Bild: CA Akademie AG )

    Was möglicherweise zunächst überrascht: Nicht nur der Umgang mit Zahlen, sondern auch ein Gespür für den Umgang mit Menschen kann durchaus von Vorteil sein. „Controlling ist das ‚Marketing des Rechnungswesens’. Die Zahlen und Instrumente müssen hin zu den verantwortlichen Menschen. Deshalb brauchen Controller Kontaktfreude und sicheres Auftreten!“, erklärt Eiselmayer.

    Den typischen Controller in der Produktion gibt es jedoch nicht. Manch einer hat vielleicht Wirtschaftsingenieurwesen studiert und kennt sich sowohl mit Technik als auch mit Betriebswirtschaft aus. Ein anderer hat wiederum Betriebswirtschaft studiert und verbindet das mit einem Interesse für technische Produkte und Abläufe.

    Aber auch ganz andere Werdegänge sind möglich, wie der Controller-Akademie-Trainer weiß: „Ich habe exzellente Controller kennengelernt, die in technischen Berufen groß geworden sind. Das nötige Controllerwissen haben sie sich über Schulungen und durch ‚Training on the Job’ im Unternehmen angeeignet.

    Seminar CA Controller Akademie

    Gemeinsam mit der Controller Akademie bietet der MM Maschinenmarkt den zertifizierten Weiterbildungsweg „Controlling für Produktionsleiter“ an. Er beinhaltet insgesamt fünf Module und richtet sich an Fach- und Führungskräfte im Produktionsbereich, die sich eine fundierte Basis in den Bereichen Controlling, Kosten- und Investitionssteuerung, der Entwicklung von Geschäftsmodellen und Strategien sowie im Lean Management aneignen wollen. Der Weiterbildungsweg richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an Fortgeschrittene.
    Das erste Seminarmodul Grundlagen BWL/Controlling/Finanzen für Produktionsleiter beispielsweise vermittelt den Überblick über das zur Abteilungs-/ Kostenstellensteuerung nötige Wissen und die dazu erforderliche Methodenkompetenz. Sie verstehen, was einen Controller-Service ausmacht, welche Werkzeuge Controller nutzen und wie diese auch von Ihnen beziehungsweise für Sie eingesetzt werden können.
    Weitere Informationen zu den einzelnen Modulen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.b2bseminare.de/1080

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    Über den Autor

    Melanie Krauß

    Melanie Krauß

    Redakteurin Management & IT und Karriere & Weiterbildung