Polyurethan-Recycling Covestro und Recticel schließen den Kreislauf beim PU-Schaumrecycling

Redakteur: Peter Königsreuther

Covestro kann Polyurethan-Schaum chemisch recyceln. Das Unternehmen beteiligt sich deshalb am Projekt Puresmart, das von Recticel koordiniert wird. Ausgediente Matratzen liegen dabei im Fokus.

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Kreislauf für Matratzen! Covestro gibt bekannt, ein neues Verfahren entwickelt zu haben, mit dem Polyurethan-Weichschaum chemisch recycelt werden kann. Im Projekt Puresmart will man aus alten Polstern nun neue machen, heißt es.
Kreislauf für Matratzen! Covestro gibt bekannt, ein neues Verfahren entwickelt zu haben, mit dem Polyurethan-Weichschaum chemisch recycelt werden kann. Im Projekt Puresmart will man aus alten Polstern nun neue machen, heißt es.
(Bild: Covestro)

Warum ausgerechnet Matratzen? Weil es sich lohnt! Denn jede, erklärt Covestro, bringt 15 bis 20 kg Schaum auf die Waage. Polyurethan nun ist ein Reaktionsprodukt aus den beiden Flüssigkeiten Isocyanat und Polyol. Mischt man beide, schäumt der Mix von sich aus auf. Manchmal wird Wasser zugegeben, um die Reaktion zu beeinflussen. Je nach chemischer Eigenschaft und Rezeptur, kann man das so entstehende Polyurethan-Schaumprodukt härter oder weicher einstellen.

Bisher gelang es nur, das Polyol wieder zu gewinnen, betont Covestro. Mit dem neuen Verfahren erreicht man das nun auch beim Isocyanat. Folglich kann auch diese Ressource in Zukunft geschont werden, die sonst aus fossilen Quellen stammt.

Ab Sommer fließen Polyol und Isocyat aus Altmatratzen

Covestro betreibt in Leverkusen bereits eine Pilotanlage für das Weichschaum-Recycling, um die bisherigen Laborergebnisse zu verifizieren. Mit dem oben genannten Projekt zum chemischen Recycling von PU-Matratzenschaum sei man nun dem Ziel eines Recyclingkreislaufs einen bedeutenden Schritt näher gekommen. Denn Covestro betreibt in dieser Hinsicht eine umfassende und langfristig angelegte Strategie zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks.

Das chemische Recycling von Post-Consumer-Weichschaumprodukten soll dabei industrialisiert werden. Die so zurück gewonnenen Rohstoffe will man wieder vermarkten, um den Kreislauf zu schließen. Es werde sich um hochwertiges Recycling-Polyol handeln, das alle Spezifikationen erfülle, sowie um ein recyceltes Toluol-Diamin (TDA), das sich zu Toluol-Diisocyanat (TDI) umwandeln lässt, erklärt Covestro. Zusammen mit dem Polyol kann es wieder für die Herstellung von Weichschaumstoffen verwendet werden. Noch konzentriere sich alles auf das Polyol, aber ab Sommer diesen Jahres werde auch recyceltes TDI fließen.

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