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Sämtliche Netzteilnehmer verwenden eine einheitliche Zeitbasis
Ziel bei der Gestaltung des Demonstrators war es, ein typisches Setup, bestehend aus einer numerischen Steuerung sowie Antrieben, um ein zwischengeschaltetes, echtzeitfähiges Datennetz zu erweitern. Wesentlich war dabei die Integration des Precision Time Protocol (PTP) nach IEEE 1588 in die Steuerung, sodass sämtliche Netzteilnehmer eine einheitliche Zeitbasis verwenden. Bei der Untersuchung des Echtzeitverhaltens konnte gezeigt werden, dass sich die Fehler in der Zeitsynchronisation auf einen zweistelligen Nanosekundenbereich beschränken.
Außer dem Sercos-TSN-Demonstrator zeigt die Nutzerorganisation auch den Sercos-Softmaster. Mit einer offenen Kommunikationsanbindung „nach oben“ und „nach unten“ punkte diese Demo. Sie basiert auf einem Sercos-III-Softmaster-Core, der in Kooperation mit Bosch Rexroth entwickelt wurde und als Open Source Software zur Verfügung gestellt wird.
Dank des Sercos-III-Softmaster könne auf einen spezifischen Sercos-III-Masterbaustein in Form eines FPGAs oder ASICs verzichtet werden. Stattdessen komme ein Standard-Ethernet-Controller zum Einsatz und die Sercos-III-Hardware-Funktionen werden in einer host-basierten Treibersoftware emuliert. Mit diesem Implementierungsansatz werde für eine große Zahl an Applikationen ein ausreichendes Echtzeitverhalten sichergestellt. Kommt ein Ethernet-Controller mit mehreren Queues und Telegramm-Scheduling (wie der Intel I210) zum Einsatz, können sogar Synchronitäten und höchste Verfügbarkeiten im Bereich eines hardwarebasierten Masters erzielt werden.
CPU-Last wird deutlich reduziert
Maschinenbauer und Steuerungshersteller können mit dem Sercos-Softmaster, im Vergleich zu der bisher verwendeten Lösung mit dem hardwarebasierten Sercos-Master, nun einen Industrie-PC ohne bestimmte Feldbushardware und ohne PCI-Slots zur Steuerung der Maschine verwenden. Durch den Einsatz des Sercos-Softmaster in Verbindung mit dem Intel I210 werde die CPU-Last bei gleichzeitiger Einsparung von Kosten und Bauraum deutlich reduziert.
Der Sercos-Softmaster ist als Open-Source-Software-Lizenz für die allgemeine Nutzung im Softwarepool von Sercos International e.V. verfügbar.
Mit der Bereitstellung einer Sercos-III-Softmaster-Implementierung als Open Source werde es für Hersteller sehr viel einfacher, einen Sercos-III-Master zu entwickeln und gleichzeitig an zukünftigen Verbesserungen und Erweiterungen der Software zu partizipieren. Damit könnten Steuerungssysteme künftig einfacher, kompakter und günstiger gestaltet werden.
Außer der Sercos-Softmaster-Demo werden weitere Demos sowie eine Vielzahl an Exponaten, die einen Querschnitt der rund 250 Sercos-fähigen Produkte bilden, auf dem Gemeinschaftsstand der Nutzerorganisation gezeigt.
Sercos International e. V., 73079 Süßen, Hannover Messe 2017: Halle 9, Stand G28
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