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Stippvisite im DMG Mori Iga Campus
Am nächsten Tag steht uns ein Besuch im Iga Campus bevor. Das DMG-Hauptquartier für Produktion nimmt eine zentrale Rolle in der globalen Herstellung des Maschinenbauers ein. Iga ist mit seinen knapp 92.000 Einwohnern für japanische Verhältnisse eine Kleinstadt, in der DMG Mori, ein wenig abseits, seine Produktionsstätte errichtet hat. Weil sich der Komplex außerhalb des gesellschaftlichen Lebens befindet, versucht das Unternehmen seine Mitarbeiter mit zahlreichen Freizeitangeboten bei Laune zu halten. Das Guest House kann mit seinen knapp 200 Zimmern, eigenem Restaurant, Bar und Rezeption leicht mit einem Hotel mithalten. Der Campus hat sich zudem der Nachhaltigkeit verschrieben, weshalb mit Solarpanels und auch vertikalen Windturbinen Strom selbst erzeugt wird.
In eineinhalb Tagen um das ganze Areal
Das Areal ist so groß, dass wir per Bus von einer Halle zur nächsten gefahren werden. Um ein Gefühl für die Fläche zu bekommen, erfahren wir, dass es etwa eineinhalb Tage dauern würde, um das gesamte Areal abzulaufen. Auf dem weitläufigen Gelände befinden sich die Maschinen- und Spindelherstellung, Montagehallen, die Servicehalle, eine Härterei sowie die Mori-Akademie, in der wir vorab einen kleinen Vorgeschmack auf die folgende Tour bekommen sollen. Allein das Iga Global Solution Center, das den Angaben zufolge weltweit größte seiner Art, erscheint uns wie der große Bruder des bereits besuchten Solution Centers im Hauptquartier. 2015 wurde die Ausstellungsfläche der vor Ort gefertigten und montierten Bearbeitungsmaschinen von Grund auf renoviert und von 2500 auf 3500 m² erweitert, um die knapp 60 State-of-the-Art-Maschinen artgerecht zu präsentieren.
Fertigungstiefe reicht bis zum Kugellager
Während der Führung durch die einzelnen Hallen offenbart sich uns eine große Fertigungstiefe: In der Maschinenproduktion werden fast alle benötigten Werkstücke selbst hergestellt. Bis hin zum Kugellager reicht die Fertigungstiefe, die lediglich bei Schrauben als Normteilen halt macht. Während in den Produktionshallen die Automatisierung gelebt wird und Palettenroboter die Maschinen versorgen, treffen wir in der Montage auf eine höhere Dichte an Arbeitern. Hier entsteht aus allen Einzelteilen die komplette Maschine. In der Montagehalle begegnen uns verschiedenfarbige Helme, was, so wird uns stolz mitgeteilt, auf die Hierarchie zurückzuführen ist. Einfache, aber auch neue Mitarbeiter tragen einen weißen Schutzhelm, Vorarbeiter einen blauen und Abteilungsleiter die rote Variante. Derzeit sind zudem knapp 20 Meister angestellt, die man an ihrem goldenen Personalausweis erkennt. An einer prominent platzierten Stelle begegnet uns eine große goldene Tafel mit dem Konterfei aller Meister. Hier, so wird schnell klar, wird Leistung honoriert und auch gelebt. Man legt großen Wert darauf, seinen Mitarbeiter bestens auszubilden und darin zu bestärken, sich stets weiterzuentwickeln.
Nach der Pflicht kommt die Kür
Die Tour dauert mehrere Stunden und lässt keine Fragen offen. Voller Eindrücke verlassen wir den Iga Campus und treten die Reise nach Nara an. Am nächsten Tag verabschieden sich bereits einige Kollegen in Richtung Heimatland, der Pflichtteil war erfüllt. Der Rest freute sich nun auf die folgende Kür und somit auf einen kulturellen Abschluss der Reise. Dieser führte uns unter anderem in die traditionelle Teezeremonie ein.

Auch ein Besuch der buddhistischen Tempel Sanjūsangen-dō sowie des Goldenen-Pavillon-Tempels Kinkaku-ji in Kyoto waren Bestandteil des Kulturpakets.

Ein gelungener Abschluss, darin waren sich alle einig. Tags darauf im Flieger stand für uns alle fest, dass die Eindrücke wohl noch lange nachhallen werden. Für mich persönlich rückte Japan auch privat in den Fokus, die Kultur und die Menschen lohnen sich für eine Fortsetzung.
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