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Werkzeugmaschinen

Den japanischen Wurzeln von DMG Mori auf der Spur

| Autor/ Redakteur: Victoria Sonnenberg / Victoria Sonnenberg

DMG Mori gehört weltweit zu den beliebtesten Aushängeschildern der Werkzeugmaschinenbranche. Einen Einblick in das Technologieverständnis sowie in die Fertigungstiefe bot ein Besuch des Hauptquartiers und der Jimtof in Tokio aber auch des Iga Campus, des weltweit modernsten Entwicklungs- und Technologiezentrums.

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Der Showroom befindet sich im Erdgeschoss des Hauptquartiers und bietet eine großzügige Ausstellungsfläche für alle aktuellen Maschinenmodelle.
Der Showroom befindet sich im Erdgeschoss des Hauptquartiers und bietet eine großzügige Ausstellungsfläche für alle aktuellen Maschinenmodelle.
( Bild: Sonnenberg )

Es war richtig, einen Zug früher zu nehmen, so blieb genug Zeit, um tiefenentspannt den Flieger zu erreichen. Als der Zug langsam zum Stehen kommt und sich die Zugtür prustend zur Seite schiebt, ziehe ich mir die Kapuze tief ins Gesicht und bereite mich auf das vor, was kommen soll.

Bei dem mir bevorstehenden kalten Nass schiebe ich schnell den Gedanken an den japanischen Knigge beiseite, der unter anderem davon abrät, in der Öffentlichkeit zu schnäuzen. Nach einem innerlichen Appell an mein Immunsystem begrüßt mich am verregneten Fernbahnhof auch schon der erwartete eisige Wind, der mich unaufhaltsam zur Rolltreppe drängt. Frustriert den Schal noch enger ziehend, wage ich einen Blick auf die Wetter-App. Tokio: 17 °C, die Stimmung steigt. Am Gate angekommen, finde ich sofort die Kollegen, die den Vorstellungsritus bereits absolviert haben.

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Zwölf Stunden später Ankunft in Tokio

Das Boarding beginnt auch sogleich und alles geht jetzt schnell. Im Flieger hat jeder alsbald seinen Sitzplatz eingenommen, der einen angenehmen 12-Stunden-Flug verspricht.

Wir landen sicher in Tokio-Haneda. Es ist kurz nach 6 Uhr morgens, der Tag liegt vor uns. Am Flughafen erwartet uns bereits ein Kleinbus. Die Fahrt zum Hotel offenbart ein anderes Tokio, als sich der eine oder andere vorab vielleicht ausgemalt hat: Der Weg ist gepflastert mit tristen Betonklötzen – dicht an dicht steht ein Hochhaus nach dem anderen und bietet einen traurigen ersten Eindruck. Wohnraum ist ein knappes Gut in der mit 36,9 Mio. Einwohnern größten Metropolregion der Welt, da bleibt der Ästhetik nichts weiter übrig, als der Effizienz still zu weichen.

Am Hotel angekommen, nehme ich das erste Mal das frühmorgendliche Dunkel wahr, das frisch und auch exotisch auf mich wirkt. Nach einem kurzen Hotelaufenthalt steht bereits der erste Termin bevor: ein Besuch im DMG-Mori-Hauptquartier.

Geballte Maschinenkompetenz im Showroom

Der von saftigem Grün umgebene Glaskomplex wurde erst Mitte 2014 eingeweiht und bietet auf einer großzügigen Fläche von 7500 m² genügend Platz für Seminare, Schulungen und den Showroom, das sogenannte Solution Center, in dem mehr als 30 Maschinen der neuesten Baureihen das konzentrierte Know-how des Werkzeugmaschinenherstellers repräsentieren. Das Solution Center bietet beste Rahmenbedingungen, um gemeinsam mit dem Kunden Zerspanungslösungen zu erarbeiten, aber auch Platz für Aus- und Weiterbildungskurse, wie beispielsweise zur Fünf-Achs-Simultanbearbeitung. Regelmäßig, so erfahren wir, werden Seminare über die neuesten Technologien veranstaltet, die erst bei einer Kapazität von 200 Teilnehmern an ihre Grenzen stoßen.

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Die Eingangshalle in der uns zwei Empfangsdamen freundlich begrüßen, ist großzügig gestaltet. Bevor der Rundgang durch den Showroom startet, begrüßt uns Mr. Tetsuo Komuro, Geschäftsführer des Hauptquartiers, und gibt einen kurzen Einblick in die Unternehmensgeschichte und das Gebäude selbst.

Nach dem Theorie- folgt auch sogleich der Praxisteil. Der Showroom befindet sich im Erdgeschoss des Hauptquartiers und macht bereits auf den ersten Blick seinem Namen alle Ehre. Für beinahe jede Werkzeugmaschine treten fein bearbeitete Ausstellungsstücke den Beweis des Könnens an. Dabei ist selbst die Anordnung der Maschinen wohldurchdacht: Die Tour startet mit der DMU 50, einem Einstiegsmodell für die simultane Fünf-Achs-Bearbeitung, und steigert sich langsam über die gesamte Bandbreite der Maschinenkomplexität hoch.

Mit dem Einstiegsmodell DMU 50 startet die Tour durch das Solution Center.
Mit dem Einstiegsmodell DMU 50 startet die Tour durch das Solution Center.
( Bild: Sonnenberg )

Für den Rundgang durch den Ausstellungsraum nimmt sich unser Tourguide Mr. Shirotori, General Manager der Zerspanungstechnik im Hauptquartier, viel Zeit, um beinahe jede einzelne Maschine und die dazugehörigen Ausstellungsstücke zu erklären. Shirotori spricht ein gutes Englisch, kompensiert dennoch ab und an sehr sympathisch etwaige Sprachbarrieren mit einer gutgemeinten Gestik. Freundlich lächelnd ermutigt er uns stets, unseren haptischen Horizont zu erweitern und einzelne Stücke in der Hand einer besonderen Inspektion zu unterziehen mit dem gewünschten Effekt: die optisch erahnte Oberflächengüte soll sich bestätigen.

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