Anbieter zum Thema
Eine klare Tendenz zum Einsatz kleinerer Roboter sei vor allem in Asien und teilweise in Nordamerika zu erkennen. Aus Kuka-Sicht beeinflusst die benötigte Fläche auch die Energiebilanz, denn je kleiner die Halle sei, umso geringer seien die Kosten, um sie zu beleuchten, zu kühlen oder zu erwärmen. „Zudem lassen sich durch eine Verkürzung der Linien schnellere Durchlaufzeiten erreichen”, konstatiert Klüger. „Für uns bedeutet das ganz konkret, dass die Nachfrage nach platzsparenden Roboterkonzepten zunimmt und eine Erhöhung der Roboterdichte pro Zelle gefordert wird.” Kuka habe darauf mit dem Roboter KR Quantec nano reagiert, der sind durch eine geringere Höhe und die kompakte Bauweise für enge Zellenkonzepte eigne.
Mitarbeiter entlasten und unterstützen
In vorderster Front ist die Automobilindustrie auch beim Hype-Thema der Mensch-Roboter-Kooperation (MRK). „Sie ist ein neues und junges Anwendungsfeld in der industriellen Automatisierung”, sagt Baginski. „BMW hat dazu Anwendungen in verschiedenen Werken im Serieneinsatz.” Zielsetzung sei es vornehmlich, die Mitarbeiter zu entlasten und zu unterstützen. Die Anwendungsfälle lägen im Bereich von sich wiederholenden Logistikaufgaben wie dem Sortieren und Bereitstellen von Teilen sowie beim Montieren und Befestigen von Kleinteilen. „Unser Hauptanliegen ist es dabei, die sensorischen Fähigkeiten unserer Mitarbeiter ideal einzusetzen und zu unterstützen”, betont der BMW-Manager.
Großes Potenzial für MRK-Arbeitsplätze
Entsprechend wird das Potenzial für MRK-Arbeitsplätze von den Roboterherstellern als sehr groß eingeschätzt. „Die Einsatzmöglichkeiten für Mensch-Roboter-Kollaboration sind vielfältig”, meint Kuka-Geschäftsführer Klingemann. „Wir konzentrieren uns auf Montagelösungen, basierend auf dem Leichtbauroboter LBR iiwa. Diese werden unter anderem für die flexible Montage von Unterbaugruppen bis hin zu Endprodukten in der Automobilfertigung eingesetzt. Wir sehen Anwendungsmöglichkeiten von sensitiven Robotern in nahezu allen Gewerken sowie beim Aggregatebau.”
In der Endmontage ist der Automatisierungsgrad aktuell noch sehr gering, es gibt aber viele Arbeitsplätze mit zum Teil erheblicher körperlicher Belastung für den Mitarbeiter. Ähnliches gilt auch für den Bereich Powertrain. Daher stehen nach Einschätzung von Fanuc-Experte Winkelmann die Arbeitsplätze, an denen schwere Lasten bewegt werden müssen, als erstes auf dem Prüfstand. „Dort werden automatisierte, aber flexible Lösungen notwendig sein.” Allerdings geht er davon aus, dass die Umsetzung flächendeckender Konzepte mit größeren Stückzahlen an kollaborierenden Robotern insbesondere in Europa erst mittelfristig erfolgt. MM
(ID:43524067)