Roboter Der demografische Wandel verlangt Assistenzroboter

Redakteur: Rüdiger Kroh

Die Roboterbranche boomt – und das nicht zuletzt dank der Automobilindustrie. Laut IFR-Statistik bestellten die Autohersteller 2014 weltweit knapp 100.000 Roboter. Der größte Teil davon arbeitet im Rohbau, doch neue Einsatzfelder sind am Entstehen. Vor allem in der Montage wird der Roboter den Menschen zukünftig bei schweren und unergonomischen Tätigkeiten unterstützen.

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Mit deutlich über 90 % ist der Automatisierungsgrad im Karosserierohbau am höchsten. Aber die Automobilhersteller wollen Roboter auch vermehrt in anderen Bereichen einsetzen.
Mit deutlich über 90 % ist der Automatisierungsgrad im Karosserierohbau am höchsten. Aber die Automobilhersteller wollen Roboter auch vermehrt in anderen Bereichen einsetzen.
(Bild: Audi)

Roboter und die Automobilindustrie sind seit der ersten Roboteranwendung bei General Motors im Jahr 1961 eng miteinander verbunden. Den Anfang machte damals das Modell Unimate der Unimation Inc. beim Entnehmen und Vereinzeln von heißen Spritzgussteilen und bis heute sind in keiner anderen Branche mehr Industrieroboter im Einsatz. Ein Blick in die Statistiken der International Federation of Robotics (IFR) verdeutlicht nur zu gut, dass Jahr für Jahr ein großes Auftragsvolumen für industrielle Roboter aus der Automobilbranche kommt. Dabei sind selbst die Experten über die Konstanz der jüngsten Vergangenheit überrascht. Üblicherweise seien die Investitionen in der Automobilindustrie zyklisch. Doch seit 2010 stiegen sie ohne nennenswerte zyklische Effekte an.

2014 wurden fast 100.000 Roboter in der Automobilindustrie installiert

Wurden vor fünf Jahren weltweit 38.561 Roboter an die Automobilindustrie geliefert, waren es 2011 knapp 60.000, 2012 66.508 und 2013 über 69.000. Nach den noch vorläufigen Absatzzahlen der IFR für 2014, wurden rund 225.000 Roboter weltweit verkauft, ein Plus von 27 % im Vergleich zum Vorjahr. „Der stärkste Nachfragetreiber war dabei die Automobilindustrie”, erklärt IFR-Präsident Arturo Baroncelli. Sie installierte den bisherigen Berechnungen zufolge fast 100.000 Industrieroboter.

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Neue Einsatzfelder für Roboter

Und es ist weiter mit steigenden Roboterabsatzzahlen zu rechnen. „Die Automobilindustrie wird nach Schätzungen in den nächsten fünf Jahren um 5 % weltweit zunehmen”, sagt Peter Klüger, Market Segment Manager Automotive bei der Kuka Roboter GmbH. „Damit ergibt sich für die Automatisierung automatisch ein Zuwachs in den klassischen Bereichen wie dem Karosseriebau.” Was dies beispielsweise in konkreten Zahlen bedeutet, erläutert Dr. Stefan Markus Baginski, Leiter Anlagenbau bei der BMW Group. „Gegenwärtig setzt BMW mehr als 7000 Roboter in seinen weltweiten Produktionswerken ein. Bedingt durch die weitere Steigerung der Produktionskapazitäten, wie in Mexiko, wird die Anzahl in den kommenden Jahren auf über 9000 steigen.” Als viel wichtiger sieht Klüger jedoch, dass durch den Megatrend Industrie 4.0 komplett neue Bereiche in der Automobilproduktion automatisiert würden. „Wir sprechen hier von mobiler Robotik, Logistikrobotern und Assistenzrobotern. Es entstehen ganz neue Anwendungen und Einsatzfelder für Roboter – und das wird der eigentliche Boommarkt in den nächsten Jahren sein.”

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