Techpilot-Umfrage

Der Einkauf bleibt das hässliche Entlein

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Allerdings zeigt das Ergebnis auch, dass die Anerkennung umso größer ist, je höher der Wertbeitrag des Einkaufs zum Gesamtumsatz ist. In Unternehmen, in denen der Einkauf anerkannt wird, liegt der Wertbeitrag im Durchschnitt bei knapp 50 % vom Umsatz. Der Wertbeitrag wird kaum thematisiert, wenn der Einkauf nur zu durchschnittlich 35,4 % zum Umsatz beträgt.

Frank Sattler, Gründer und Geschäftsführer von Techpilot: „Wir haben uns einerseits natürlich über die hohe Beteiligung gefreut. Offenbar haben wir mit dieser Umfrage einen Nerv getroffen. Andererseits waren wir schon überrascht über die zu geringe Anerkennung, die der Einkauf trotz seines wichtigen Beitrags zum Unternehmenserfolg und zur Sicherstellung der Supply Chain genießt. Die Auswertung zeigt aus meiner Sicht recht deutlich, wo noch Defizite zu finden sind, aber auch, wie der Stellenwert des Einkaufs verbessert werden kann.“

Veraltete Strukturen, fehlendes Wissen, Mängel in der Kommunikation

Entsprechend kritisch sind die Antworten auf die Frage nach den Gründen für den Stellenwert des Einkaufs. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer macht das Management und die Geschäftsleitung für den geringen Stellenwert verantwortlich. Das Spektrum reicht von „historisch gewachsenen, veralteten Strukturen“ über „fehlende Kenntnisse des Managements“ bis hin zum Vorwurf einer einseitigen Fokussierung auf den Vertrieb und/oder einer Bevorzugung technischer Bereiche. Firmen, in denen sich die Situation verbessert hat, verweisen auf mehrjährige Anstrengungen. Ein Teilnehmer sieht Verbesserungen durch „regelmäßige Meetings und durch Präsentationen in anderen Fachbereichen und vor dem Management, in denen die Einkaufserfolge transparent gemacht werden“. Offenbar ist jedoch nicht jeder Einkaufsleiter auf diesem Gebiet zufriedenstellend aktiv, so jedenfalls die Kritik einzelner Umfrageteilnehmer.

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Ein Teilnehmer bringt den klassischen Konflikt in der Wahrnehmung auf den Punkt: „Der Vertrieb holt das Geld! Richtig wäre, der Vertrieb holt den Kunden und der Einkauf den Gewinn.“ Das wird jedoch in vielen Unternehmen nicht so gesehen. Da beklagt so mancher, dass „der tatsächliche Aufwand für Einsparungen und Lieferantenentwicklung nicht wahrgenommen wird“, dass „die Geschäftsleitung zu wenig weiß über die Schwierigkeiten in der Beschaffung“, dass „der Wertbeitrag nicht gesehen wird“. Darüber hinaus wird beobachtet, dass in technisch dominierten Unternehmen die kaufmännische Seite im Einkauf zu kurz komme.

Unzeitgemäße Software-Ausstattung

Die Verbreitung von Softwarelösungen für das Supply Chain Management ist relativ gering. Nur 30,8 % der Unternehmen haben eine derartige Lösung im Einsatz. Selbst bei den Unternehmen mit über 100 Mio. Euro Einkaufsvolumen liegt der Anteil nur bei 74,2 %, bei über 50 Mio. Euro Einkaufsvolumen liegt der Anteil nur noch bei 37,5 %. Lediglich 4,5 % der Unternehmen mit einem Einkaufsvolumen von unter 1 Mio. Euro nutzen eine SCM-Software.

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