Techpilot-Umfrage

Der Einkauf bleibt das hässliche Entlein

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Die Bedeutung verschiedener Einkaufsfunktionen wird sehr unterschiedlich gewichtet. Im Vordergrund steht das Verhandeln von Preisen und Konditionen (im Schnitt 4,39 von 5 möglichen Punkten), gefolgt vom Lieferantenmanagement (3,3 Punkte) und dem Strategischen Einkauf (3,26 Punkte). Einen geringen Stellenwert haben offenbar die Funktionen Outsourcing, Global Sourcing, Schnittstellenmanagement und Risikoanalyse mit gerade einmal 2,4 bis 2,5 Punkten.

Zielvorgaben und Erfolgsprämien

Zielvorgaben für den Einkauf sind keine Selbstverständlichkeit. Nur 56,5 % der Einkäufer haben Einsparziele und Vorgaben für die Termineinhaltung. Knapp 50 % arbeiten mit Qualitätszielen. Ein gutes Fünftel strebt eine Reduzierung der Zahl der Lieferanten an. Die weltweite Beschaffung spielt bei den Zielvorgaben kaum eine Rolle (16,8 %). Nur 38 % der Teilnehmer müssen verpflichtend mehrere Angebote einholen.

Die Zielerreichung wird dementsprechend kaum honoriert. Nur 15,5 % der Unternehmen zahlen leistungsabhängige Vergütungsbestandteile, in 46 % der Unternehmen gibt es überhaupt keine Erfolgsprämien.

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In die Produktentwicklung und Konstruktion werden nur 24,4 % der Einkaufsabteilungen standardmäßig eingebunden. 8 % sind gar nicht involviert, 50 % gelegentlich und 14,6 % nur bei Neuentwicklungen. 36 % der Einkaufsabteilungen arbeiten gleichzeitig mit der Konstruktionsabteilung an einem Projekt. 56 % werden erst hinterher eingebunden. Werden Erfolgsprämien für die Zielerreichung gezahlt, dann wird der Einkauf stärker eingebunden. In diesen Fällen werden nur 4 % gar nicht eingebunden. Offenbar ist in Unternehmen, die Erfolgshonorare zahlen, das Bewusstsein für die Potentiale des Einkaufs stärker ausgeprägt.

Unterstützung für die Produktentwicklung

Bei der Frage, welche Aufgaben der Einkauf künftig stärker wahrnehmen könnte bzw. welches Entwicklungspotenzial die Teilnehmer der Umfrage sehen, standen folgende Bereiche im Vordergrund: Mit Abstand am häufigsten wurde der Wunsch geäußert, so früh wie möglich in die Produktentwicklung eingebunden zu werden (34,2 %), sei es, um Kosten zu senken (Design-to-cost), sei es, um auch in Zusammenarbeit mit dem Vertrieb die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Dafür setzen die Einkäufer auch auf die Innovationskraft der Lieferanten, die sie verstärkt einbinden wollen. An zweiter Stelle standen Verbesserungen im Lieferantenmanagement und in der Lieferantenqualifizierung (26,6 %). Unter den zahlreichen weiteren Zielsetzungen wurden Einsparungen und Kostenoptimierungen (11,4 %), Verbesserungen im Controlling (8,9 %), Global Sourcing (6,3 %), Supply Chain Management (7,6 %), Strategische Beschaffung und Risikomanagement (jeweils 5,1 %) am häufigsten genannt.

Marc Staudenmayer, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Advancy: „Die Umfrage liefert ein aussagekräftiges Stimmungsbild und gibt Hinweise auf die Ursachen der mitunter fragwürdigen Positionierung der Einkaufsfunktion. Denn die Situation des Einkaufs ist in vielen Unternehmen alles andere als zufriedenstellend. Der Einkauf muss aktiv und nachhaltig an einer Verbesserung der Situation mitarbeiten. Das kann nur ein gezieltes Selbstmarketing leisten, das in erster Linie Transparenz schafft über den Wertbeitrag und die Erfolge des Einkaufs, aber auch informiert über die Einkaufsfunktionen und die Beschaffungsprozesse. Denn nur informierte Manager und Kollegen sind in der Lage, die Leistungen des Einkaufs angemessen zu würdigen. Die schnell voranschreitende Digitalisierung in der Einkaufsfunktion und die damit einhergehende größere Transparenz schafft beste Voraussetzungen für eine positive Kommunikation.“

Die Ergebnisse der Umfrage können per E-Mail an marketing@techpilot.net angefordert werden.

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