Plagiatschutz Der Kampf gegen Produktpiraterie lohnt sich in jedem Fall

Redakteur: Claudia Otto

30 Mitglieder zählt die Arbeitsgemeinschaft (AG) Produkt- und Know-how-Schutz im VDMA aktuell. Erstmals hat die AG nun einen Anwendertag zum Thema Produktpiraterie veranstaltet. In diesem Rahmen konnten Unternehmen sich über Erfahrungen im Plagiatschutz austauschen und voneinander lernen.

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Die begleitende Fachausstellung des Anwendertags Produktpiraterie bot einen Vorgeschmack auf den Gemeinschaftsstand Produktschutz, den es auf der Hannover-Messe geben wird. (Bild: Otto)
Die begleitende Fachausstellung des Anwendertags Produktpiraterie bot einen Vorgeschmack auf den Gemeinschaftsstand Produktschutz, den es auf der Hannover-Messe geben wird. (Bild: Otto)

Ein Vorreiter im Kampf gegen Produktpiraterie ist der Pumpenhersteller Wilo. Das Unternehmen verfolgt die Fälscher seiner Pumpen konsequent – zum Schutz der Marke und um das dem Kunden gegebene Qualitätsversprechen einhalten zu können, wie Dr. Thorsten Kettner aus dem Forschungs- und Technologiezentrum der Wilo SE erläutert. Denn die Fälschungen könnten weder die hohen Qualitätsstandards noch die deutschen Sicherheitsstandards, denen alle Wilo-Produkte unterliegen, erfüllen.

Strategisch gegen Produktpiraterie vorgehen

Bei der Verfolgung der Produktpiraten setzt das Unternehmen auf ein strategisch untermauertes System abgestimmter Maßnahmen, das vor allem in China zum Einsatz kommt. Ziel sei, sich vom Ende der Lieferketten zu den Herstellern der Fälschungen vorzuarbeiten und deren Aktivitäten auf Dauer zu unterbinden. Bislang konnte der Hersteller durch Beobachten des Marktes und Ermittlungen vor Ort etwa 30 relevante Kopierer identifizieren und gerichtlich gegen diese vorgehen.

Gewonnene Prozesse und behördliche Entscheidungen zugunsten des Unternehmens bilden dabei die Basis für weitere Maßnahmen. So lasse der Hersteller auch Webseiten löschen, auf denen gefälschte Pumpen angeboten werden, oder melde unechte G/S-, CE- oder CCC-Zertifikate, die auf den Pumpenlabels der Plagiate aufgedruckt sind, den zuständigen Behörden. Zudem würden Händler, die Fälschungen verkaufen, abgemahnt oder ausgelistet.

Darüber hinaus schult der Hersteller chinesische Zollbeamte, damit diese für den Export bestimmte Wilo-Fälschungen in den Logistikdrehscheiben wie Shanghai, Ningbo oder Urumchi erkennen können.

Kampf gegen Produktpiraterie beginnt immer wieder von vorn

Die vernetzten und strategisch aufeinander abgestimmten Maßnahmen des Pumpenherstellers bei der Bekämpfung von Marken- und Produktpiraterie zeigen Erfolg: „Es ist zu riskant geworden, Wilo zu fälschen. Für unsere Kunden bedeutet das vor allem, dass sie sich auf die Qualität und Sicherheit der Produkte weltweit verlassen können“, so Kettner.

Doch er berichtet auch von Rückschlägen im Kampf gegen die Plagiateure. So würden nach einem erfolgreichen Gerichtsurteil häufig einfach nur die Fälscherprodukte und deren Namen geändert und der Prozess müsse dann wieder von Neuem eingeläutet werden.

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