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Automatica 2018

Der Servicerobotik gehört die Zukunft

| Autor / Redakteur: Andrea Gillhuber / Andrea Gillhuber

Servicerobotik findet immer mehr Verbreitung. Aus diesem Grund widmet die Automatica 2018 diesen Zukunftsthema eine eigene Sonderschau.
Servicerobotik findet immer mehr Verbreitung. Aus diesem Grund widmet die Automatica 2018 diesen Zukunftsthema eine eigene Sonderschau. (Bild: Messe München)

Langsam, aber sicher finden Serviceroboter im Alltag ihren Platz – nicht nur in der Industrie, sondern auch in der Medizin, der Logistik und im Supermarkt. Marktzahlen bestätigen den Vormarsch der smarten Helfer.

Die Zahlen sprechen für den durchschlagenden Erfolg der Servicerobotik: Bis zum Jahr 2020 erwartet die International Federation of Robotics, kurz: IFR, ein durchschnittliches Wachstum von 20 bis 25 %. Das verkündete der internationale Robotikverband bereits im Oktober vergangenen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt prognostizierte er in seinem „World-Robotics-Report 2017 – Service Robots“ für das Jahr 2017 auch einen Rekordumsatz für Serviceroboter im professionellen Einsatz: Bis zu dessen Ende betrug das Wachstum 12 % und der Umsatz 5,2 Mrd. US-Dollar. Als wichtigste Treiber werden darin Roboter für Medizin, Logistik und Field Services genannt. Gleichzeitig entwickelt sich auch der Markt für Personal-Service-Roboter, die den Menschen im Alltag unterstützen, rasant: Der Umsatz mit Robotern beispielsweise für Staubsaugen, Rasenmähen oder Fensterputzen erreicht einen geschätzten Wert von rund 11 Mrd. Dollar (2018 bis 2020).

Investitionsbereitschaft enorm

„Roboter boomen – das gilt sowohl für den Industriesektor und zunehmend auch für die private Nutzung“, sagt Martin Hägele von der IFR Service Robot Group. „Das wachsende Interesse an Servicerobotik ist teilweise auf die Vielfalt und Anzahl von Start-ups zurückzuführen, die derzeit 29 % aller Roboterunternehmen ausmachen. Darüber hinaus investieren etablierte große Unternehmen zunehmend in die Robotik, häufig über die Akquisition von Start-ups.“

Dabei spielen die europäischen Hersteller von Servicerobotern am globalen Markt eine wichtige Rolle: Rund 290 der 700 registrierten Anbieter von Servicerobotik kommen aus Europa. Nordamerika liegt mit rund 240 Herstellern auf Platz zwei und Asien mit rund 130 Herstellern auf Platz drei. Die Firmen sind dabei, disruptive Technologien zu entwickeln und für neue Anwendungen und Märkte einsetzbar zu machen. In den USA arbeiten derzeit rund 200 Start-ups an neuen Servicerobotern. In der Europäischen Union und der Schweiz sind 170 Firmen aktiv, die eine neue unternehmerische Kultur für die Servicerobotik schaffen. In Asien sind rund 135 Start-ups ansässig. Zudem versuchen laut IFR praktisch alle Volkswirtschaften, ein lukratives wirtschaftliches Umfeld zu schaffen, um die Servicerobotik zu unterstützen.

Marktpotenziale der Servicerobotik

Zu den Bestsellern im professionellen Bereich der Servicerobotik zählen fahrerlosen Transportsysteme. Gemeinsam mit den Branchen Sicherheit, Landwirtschaft, Medizin und Öffentlichkeitsarbeit sowie anderen logistischen Systemen verzeichnete der Verkauf von industriellen Servicerobotern 2016 insgesamt einen Anstieg von 24 %. Darunter fallen beispielsweise Roboter, die den Melkvorgang unterstützen oder bei Operationen assistieren. Der Umsatz stieg um 2 % auf 4,7 Mrd. Dollar.

Die Nachfrage nach Monitoring-Diensten unserer alltäglichen Umgebung wächst ebenso. Das führt zu erhöhten Datenströmen, die es zu verarbeiten gilt. Um diese Nachfrage zu bedienen, werden Roboter in Zukunft beispielsweise in den Bereichen Wartung, Sicherheit und Rettung eine noch größere Rolle spielen.

Auch im persönlichen Umfeld sind die Anwendungsfelder weltweit stark gestiegen. Allerdings beschränkt sich die Zahl an Massenprodukten dabei auf Bodenreinigungsroboter, Roboterrasenmäher und Edutainment-Roboter. Am Markt wird jedoch schon mit Haushaltsrobotern mit höherem Entwicklungsstand, verbesserter Leistungsfähigkeit und größerem Nutzwert experimentiert, wie etwa Assistenzrobotern zur Unterstützung älterer Menschen, für Haushaltsarbeiten und zur Unterhaltung.

Europa nimmt entgegen manchen Vorurteilen eine führende Rolle im Bereich der Servicerobotik ein. Vor allem in den Bereich Landwirtschaft, Bau und Konstruktion war Europa im Jahr 2016 einer der führenden Lieferanten und bediente mit knapp 90 % der in diesen Sektoren ausgelieferten Serviceroboter nahezu die globale Versorgung. Auch bei Unterwassersystemen (67 %) und Sicherheitsanwendungen (53 %) konnten sich die Hersteller gegen ihre Konkurrenz aus Asien, Australien und Amerika durchsetzen. In der Medizinrobotik teilt sich Europa (52 %) mit Amerika (46 %) den Markt. Die Auslieferung von Servicerobotern im privaten Gebrauch ist mit 4 % dagegen vergleichsweise niedrig, stieg jedoch 2016 um 29 % an.

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Wie eingangs bereits erwähnt, verspricht die Zukunft für die Servicerobotik rosig zu werden. Bis zum Jahr 2020 soll allein in der Logistik die Anzahl der verkauften Roboter auf rund 189.700 ansteigen. Generell wird laut IFR der Bereich der professionell genutzten Serviceroboter im Durchschnitt um 20 bis 25 % pro Jahr ansteigen. Ausgenommen davon ist die Landwirtschaft, da der Markt hier stark von der finanziellen Situation der Landwirte abhänge. Der prognostizierte Umsatz für professionelle Servicerobotik beträgt rund 19 Mrd. Dollar. Im privaten Umfeld ist mit einem durchschnittlichen Anstieg zwischen 30 und 35 % sowie einem Umsatz von 11,3 Mrd. Dollar zu rechnen.

Siegeszug der Servicerobotik

Der Siegeszug der professionellen Servicerobotik ist auch im Bereich der Bedienbarkeit zu suchen. So ist der Programmieraufwand beim Einrichten der smarten Helfer insgesamt zurückgegangen und die Robotersysteme lassen sich zudem erheblich einfacher in vorhandene Teams, Warenlager oder Montagen beziehungsweise Produktionen integrieren.

Vor allem in der Logistik zwingen Aspekte wie steigende Kundenerwartungen und Personalmangel die Unternehmen dazu, nach Alternativen zu suchen, zum Beispiel nach automatisierter Ware-zur-Person-Kommissioniertechnik. Revolutionär ist die Kombination aus mobilen Robotern und Greifarmen. Sie eröffnet auch kleinen und mittelständischen Unternehmen die Anwendung von Robotern in neuen Bereichen. Fortschritte bei der semantischen Zuordnung steigern zudem die Leistungsfähigkeit der Roboter bei der aktiven Objektsuche und beim Lösen von komplexen Aufgaben wie der Regalbefüllung. Dies macht sich das EU-Projekt Refills zum Ziel. In dem Projekt haben sich DM Drogerie Markt, Intel, Kuka und Swisslog zusammengeschlossen, um eine Roboteranwendung zu entwickeln, welche in Supermärkten selbstständig die Regale befüllt.

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Großes Potenzial in der Landwirtschaft

Ebenfalls ein großes Potenzial für Servicerobotik birgt die Landwirtschaft. Hier werden die smarten Roboter darauf ausgelegt, im Zusammenspiel mit dem Menschen nachhaltig den Ertrag zu steigern. Die Automatisierung von Ackerbau und Viehzucht nimmt zu. Anwendungsorientierte Projekte, wie beispielsweise MARS (Mobile Agricultural Robot Swarms, mobile Feldroboterschwärme), legen den Fokus auf kleine intelligente und unbemannte Landfahrzeuge, die Bodenverdichtung und Energieverbrauch reduzieren und den Einsatz von Saatgut, Düngemitteln und Pestiziden verringern. Ein anderes EU-finanziertes Projekt, SAGA, entwickelt mit Sensoren ausgerüstete Drohnen, um Landwirten in der Präzisionslandwirtschaft präzise Entscheidungen zu treffen helfen, indem sie zahlreiche wichtige Informationen sammeln und weitergeben.

Servicerobotik auf der Automatica

Wie die neue Generation von Servicerobotern für Logistik, Sicherheit, Medizin, Landwirtschaft und Handel aussieht, zeigt die Automatica. Wie bereits im Jahr 2016 können sich interessierte Fachbesucher im extra angelegten Ausstellungsbereich Professionelle Servicerobotik in Halle B4 einen Überblick verschaffen.

Im angegliederten Demopark sind die Roboter zu jeder vollen Stunde live in Aktion zu sehen. Die professionell moderierten Service Robotics Shows präsentieren abwechselnd ausgewählte Beispiele aus den Themengebieten „Serviceroboter für Transport und intelligente Manipulation“ und „Serviceroboter für das häusliche Umfeld und öffentliche Einrichtungen“.

Neben mobilen Robotern werden auch klassische stationäre Industrielösungen als Beispiele für funktionierende Mensch-Roboter-Kollaborationen gezeigt. Ob auf der Demonstrationsfläche oder auf den jeweiligen Messeständen: Alle Präsentationen werden direkt auf eine Großleinwand projiziert. Experteninterviews runden das Thema ab und geben spannende Einblicke. Das Besondere an der Sonderfläche: Es besteht die Möglichkeit, mit den Robotern direkt zu interagieren.

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