Lineartechnik

Der Systemgedanke bewegt die Lineartechnik

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Leichtbau nicht nur mit Aluminiumführungen umsetzen

Je nach Anforderung werden die Linearsysteme aus Stahl, Aluminium oder Grauguss aufgebaut, in Spezialfällen auch mit Teilen aus Carbon, wie die Föhrenbach GmbH angibt. Dennoch werden Leichtbauanforderungen im Detail unterschiedlich realisiert. Natürlich kommen in diesen Fällen häufig Aluminiumgrundkörper zum Einsatz, aber es gibt auch andere Ansätze. „Anwender können aufgrund der gesteigerten Leistungsdaten von Rexroth-Linearprodukten oft kleinere und kompaktere Komponenten einsetzen und somit beim Gewicht und Energieverbrauch sparen“, erklärt Stefan Schmitz, technischer Leiter Lineartechnik bei Bosch Rexroth. Denn Leichtbau wirkt sich nicht nur auf Dynamik und Geschwindigkeit aus, sondern auch ganz entscheidend auf die Energieeffizienz eines Systems.

Schaeffler versucht bereits die Profile selbst zu optimieren. Dietmar Rudy, Leiter Produktentwicklung Lineartechnik bei Schaeffler: „Wir können mithilfe unserer Berechnungstools Gewicht sparen, indem wir gezielt Gewicht dort wegnehmen, wo kein Kraft- beziehungsweise Spannungsverlauf im Material stattfindet. Dort wo er stattfindet, kann man auch mit optimiertem Stahl noch einen Schritt weiterkommen.“ Den Einsatz von Carbon versucht man aus Kostengründen zu umgehen.

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Schmier- und wartungsfreie Linearführungen

Einen anderen Weg geht Igus mit seinen unter dem Namen „Drylin“ erhältlichen schmier- und wartungsfreien Linearführungen, die auf Gleitelementen basieren. Besonders die W-Serie steht als großes Baukastensystem zur Verfügung, aus dem sich Konstrukteure ihre Führungen selbst zusammenstellen können. Dieses kostengünstige, vorkonfektionierte System umfasst unterschiedliche Schienenprofile und Schlittenvarianten. Auch hier ist Aluminium das Standardmaterial für die Schienen – allerdings nicht allein wegen des Gewichts, sondern weil es die besten Reibwerte in Kombination mit den Kunststoffen als Gegenlaufpartnern hat. Muss es besonders leicht und dennoch sehr steif sein, dann bietet der Kunststoffspezialist jetzt auch eine Carbon-Führung bis zu
2000 mm Hub an. Stefan Niermann, Leiter des Geschäftsbereichs Drylin Linear- und Antriebstechnik bei Igus: „Hierbei ist nicht nur das Trägermaterial aus CFK, sondern die komplette Schiene, wodurch das System aus Schiene und Schlitten im Vergleich zu einer Aluminiumschiene bis zu 40 % leichter ist.“

Viele Anwendungen erfordern jedoch nicht nur leichte, sondern auch dynamische, leistungsfähige Systeme. Bei Igus steht in diesem Zusammenhang natürlich die Weiterentwicklung der Hochleistungskunststoffe im Mittelpunkt. So konnte beispielsweise mit dem Werkstoff Iglidur E7 die Lebensdauer der Linearführung beim Gegenlaufpartner Stahl um den Faktor 3 bis 8 erhöht werden.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt