Lineartechnik

Der Systemgedanke bewegt die Lineartechnik

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Höhere Leistungen und Dynamik ins Linearsystem bringen

Um höhere Geschwindigkeiten kostengünstig zu realisieren, hat Schaeffler die High-Speed-Kugelumlaufeinheit Kuve-B-HS entwickelt, die ohne Keramikkugeln eine Geschwindigkeit von 10 m/s fahren kann. Solche Systeme setzt das Unternehmen unter anderem in Hochgeschwindigkeitsachsen aus dem eigenen Haus ein. In Richtung höherer Leistungsdichte auf kleinem Bauraum geht die Entwicklung des Planetenwälzgewinde-Triebes (PWG). Damit einem solchen smarten Aktor kann man Aufgaben umsetzen, für die sonst drei oder vier Aktoren nötig waren. Eine höhere Leistung erreicht Bosch Rexroth mit der High-Precision-Technologie für Kugel- und Rollenschienenführungen. Sie steigert die dynamischen Tragzahlen der Kugelschienen-Führungswagen BSHP um etwa 26 %, die statischen Tragzahlen um bis zu 50 %. Damit kann die Lebensdauer der Kugelschienenführungen im Vergleich zur bisherigen Technik zum Teil verdoppelt werden, so Stefan Schmitz, technischer Leiter Lineartechnik bei Bosch Rexroth.

Linearachsen als Teil einer Industrie-4.0-Umgebung

Leichtbau ist jedoch nicht der einzige Trend, auf den die Anbieter reagieren (müssen). Vor allem für Schaeffl­er und Bosch Rexroth spielt das Thema Industrie 4.0 eine große Rolle – sowohl in der Umsetzung beim Kunden als auch in der eigenen Produktentwicklung. „In Verbindung mit unserer Antriebs- und Steuerungstechnik können wir die Linearachsen schon heute im Industrie-4.0-Umfeld einbetten“, erklärt Schmitz. Das reicht von Inbetriebnahme- und Wartungs-Apps bis hin zur Möglichkeit, Linearachsen in Echtzeit über Smart Devices zu programmieren oder zu bedienen. Auf der Motek zeigt Bosch Rexroth außerdem konkrete Lösungen, mit denen Hersteller und Betreiber von Maschinen von einer vernetzten Produktion profitieren können: ob ein digitales Großformat-Board für die Visualisierung von Prozessdaten in Echtzeit, adaptive und ergonomisch ausgerichtete manuelle Produktionssysteme oder die Vernetzung von Automatisierungskomponenten mit IT-Technik.

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Schaeffler hingegen stellt zum einen über Schwingungsmesssysteme den Zustand einer Maschine dar. Zum anderen arbeitet das Unternehmen an einer adaptiven Schmierung; eine Rollenumlaufeinheit beispielsweise holt sich also die Schmierstoffmenge, die sie braucht. Das funktioniert über einen Sensor im Führungswagen, der Mikroschwingungen aufnehmen kann, über die sich Rückschlüsse auf den Schmierzustand ziehen lassen. Was wie ein erweitertes Schmiersystem klingt, kann mehr: Über die Auswertung der Schmierintervalle kann auf die Gebrauchsdauer der Führung geschlossen werden. Je kürzer die Intervalle, desto kürzer ist noch die Lebensdauer. Dombek: „Das Interessante daran ist, dass wir von geplanten Lastzyklen nun zu Ist-Lastzyklen kommen.“

Messsystem in Linearführung erkennt nach Einschalten die Position

Für beide Unternehmen ist Industrie 4.0 ein wichtiger, aber nicht der einzige Trend. Beispielsweise werden Komponenten immer intelligenter, wie es bereits heute Linearführungen mit intelligenten Messsystemen zeigen. Bosch Rexroth stellt nächstes Jahr eine Absolut-Variante zur Verfügung, die gleich nach dem Einschalten die exakte Position erkennt. Nach einem Stromausfall oder einer Störung entfällt somit die Referenzfahrt und die Maschine kann direkt weiterproduzieren. Dieses Messsystem für Kugel- und Rollenschienenführungen ist ebenfalls ein Highlight auf der Motek. Dass nicht nur die Themen Vernetzung und Digitalisierung im Vordergrund stehen, zeigt auch Schaeffler bei seinem Messeauftritt. Unter dem Motto „Von der Komponente zum System“ stellt man hier anhand von Beispielen vor, was Schaeffler in der Lineartechnik antreibt: hohe Leistung, wartungsarme und robuste Systeme sowie einfache Installation und Nutzung, auch bei digitalen Systemen.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt