Schweißnahtvorbereitung Der XXL-Biber fast auch große Bauteile flotter an

Redakteur: Peter Königsreuther

Eine neue Biber-Roboterschneidanlage von ERL beherrscht das Brennschneiden mit Plasma und Autogentechnik. Hervorzuheben aber auch ihr großer Bearbeitungsbereich.

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Diese ERL-Roboter-Brennschneidanlage ist ein regelrechter XXL-Biber. Sie ist für Schnittlängen zwischen 7 und 300 Millimeter ist ausgelegt. Der gesamte Schneidbereich misst 3000 Millimeter × 11.000 Millimeter.
Diese ERL-Roboter-Brennschneidanlage ist ein regelrechter XXL-Biber. Sie ist für Schnittlängen zwischen 7 und 300 Millimeter ist ausgelegt. Der gesamte Schneidbereich misst 3000 Millimeter × 11.000 Millimeter.
(Bild: ERL)

Ein Unternehmen, das auf Plasma- und Autogenzuschnitte von niedrig legierten und unlegierten Stähle spezialisiert ist, hat sich zur Anschaffung einer besonders groß dimensionierten Biber-Roboterschneid-Anlage 3000 von ERL Automation entschieden. Der sogenannte XXL-Biber überstreicht mit seinen Brennschneidwerkzeugen einen Arbeitsbereich von 3000 Millimeter × 11.000 Millimeter, betont der Hersteller. Der Betreiber der neuen Anlage bietet außer dem Schneiden auch noch das Entgraten, Anfasen, Richten, Kanten, Strahlen, Entzundern und Bohren an, heißt es weiter. Zum Teilespektrum gehören unter anderem Baggerarme und Fahruntergestelle für Baumaschinen sowie Maßbleche für den Brücken- und Tunnelbau. Zum Anfasen von Bauteilen für die Schweißnahtvorbereitung nutzte man dort zwar schon zwei Fasenroboter, doch die in die Jahre gekommenen, unflexiblen und recht zeitfressenden Systeme sowie das steigende Auftragsvolumen gaben den Impuls zu einer Ersatzinvestition in Form des XXL-Bibers. Das System gilt auch als Anarbeitungs-Allrounder.

Roboterprogramme ohne Teach-Prozess erstellen

ERL erklärt, dass der Anwender mit dem Biber nun auch komplizierte Fasen schnell, einfach und damit günstiger herstellen kann, als mit den alten Robotern. Das Spektrum spannt sich von einfachen Fasen über Doppelfasen bis hin zu Fasen mit oder ohne Steg. Der Aufbau des Bibers bei dem Metallverarbeitungsunternehmen trägt einen Roboter auf einer Konsole, die auf einer Lineareinheit bewegt werden kann. Das erweitert den Arbeitsbereich des Roboters, sagt ERL. Hinzu kommt die softwarebasierte Möglichkeit, Roboterprogramme ohne Teach-Prozess in wenigen Schritten zu erstellen. Der Roboter in Verbindung mit einem Laserscanner erhöht dabei die Schnittqualität, heißt es weiter. Ein laut ERL komplexes Messverfahren ermöglicht es außerdem, dass auch Bauteile bearbeitet werden können, die größer sind als der Arbeitsbereich.

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Wechsel von Autogen zu Plasma in wenigen Minuten

Zum Autogenschneiden steht ein als robust bezeichneter Maschinenschneidbrenner mit Innenzündung zur Verfügung. Dieser punkte mit kurzer Vorwärmzeit und hoher Schneidgeschwindigkeit. Auf dem Biber 3000 können so Schnittlängen bis 300 Millimeter erreicht werden. Der Hersteller hat dafür die entsprechenden Schneiddaten zur Verfügung gestellt und die Tischkonstruktion für die massiven Bauteile verstärkt, wie man erfährt.

Alternativ zum Autogenprozess kann der Anwender nun auch mit Plasma schneiden. Dafür sorgt eine Stromquelle des Typs Hifocus 440i neo, die Schnittlängen bis 70 Millimeter schafft. Das Plasmaschneiden sei für den Anwender zwar neu, doch sollen die Schneidgeschwindigkeit überzeugt haben sowie der in wenigen Minuten machbare Prozesswechsel. Die Brenner werden dazu geschraubt, die Kabel verfügen über Steckverbindungen. Der Brennertyp, der nicht im Einsatz ist, wird in einer Parkposition fixiert, heißt es weiter. Die Brenner kalibrieren sich übrigens automatisch über Anschlagsysteme. Es gelängen hochgenaue Fasen, weil die Brenner per Lasertracker absolut vermessen sind.

Eine bewegliche Trennwand macht den Arbeitsablauf flexibler

Ein verschiebbare Trennwand passt den großen Arbeitsbereich an die zu bearbeitenden Bauteilgrößen und Stückzahlen individuell an, um die Tischgröße optimal auszunutzen, erklärt ERL. Die Trennwand kann dafür an drei vordefinierte Positionen geschoben werden, wodurch entweder der ganze Tisch genutzt werden kann, oder ein 2-Stationen-Betrieb möglich wird, bei dem der Roboter auf der einen Seite arbeitet, während der Bediener auf der anderen Seite Bauteile entnimmt und den Tisch neu bestückt.

eine Hochleistungskamera erkennt jede Bauteillage

Ein große Rolle im Spiel um die Produktivitätssteigerung beim Anarbeiten habe auch die zeitsparende Zusatzfunktion Intelliplace. Dabei handelt es sich um ein am Roboter angebautes Hochleistungskamerasystem in Verbindung mit einer Kalibriersoftware, das die Bauteillage auf dem Schneidtisch automatisch ermittelt, Programme aufruft und diese zuordnen kann. Der Bediener müsse nur die Bauteil-Barcodes auf den Begleitpapieren vor dem Auflegen mit einem Handscanner erfassen. Die Daten werden direkt an den Roboter übermittelt. Die entsprechenden Bauteilprogramme werden automatisch aus der Datenbank geladen und den Bauteilen zugeordnet. Die Arbeitsschritte für das Bedienpersonal werden dadurch vereinfacht und mögliche Fehlerquellen minimiert.

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