Überholmanöver Asiens Autobauer rauschen an deutscher Konkurrenz vorbei

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die deutschen Autokonzerne geraten gegenüber der Konkurrenz aus Asien immer mehr ins Hintertreffen, wie eine Analyse im Auftrag von EY offenbart.

Dieser Blick auf einen überholenden BYD aus China ist schon eher Vergangenheit. Denn die Asiaten sind schon zum Teil den deutschen Automobilherstellern in puncto Umsatz und Gewinn davongefahren. Hier ein Lagebericht ...(Bild:  BYD)
Dieser Blick auf einen überholenden BYD aus China ist schon eher Vergangenheit. Denn die Asiaten sind schon zum Teil den deutschen Automobilherstellern in puncto Umsatz und Gewinn davongefahren. Hier ein Lagebericht ...
(Bild: BYD)

Eine Analyse, für die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY die Zahlen der 20 weltweit führenden Hersteller ausgewertet hat, legt offen, dass die asiatischen Autoherstellern im Vergleich zu deutschen Playern, die Nase immer öfter vorn haben. Denn während die deutschen Konzerne im ersten Quartal dieses Jahres Umsatz und Gewinn einbüßten, konnten vor allem die neuen Konkurrenten aus China deutlich an Boden gewinnen, wie es weiter heißt. So nahm der Umsatz der drei wichtigsten deutschen Autobauer zusammengenommen um 2,3 Prozent ab. Nur VW schaffte noch ein leichtes Plus. BMW und Mercedes sackten aber deutlich ab. Der Gewinn brach sogar bei allen dreien ein – alles in allem um gut 33 Prozent, so die Analyse. Ähnlich sah es bei den US-Herstellern aus, die zusammen 2,9 Prozent Umsatz einbüßten und beim Gewinn ebenfalls fast ein Drittel.

Ein sattes Plus bei Chinas Autoherstellern

Deutlich besser lief es in Asien, vor allem in China. Denn die Hersteller aus der Volksrepublik legten beim Umsatz um knapp 15 Prozent zu und beim Gewinn sogar um 66 Prozent. In China dominierten vor allem BYD und die Volvo-Mutter Geely. Aber auch Hersteller aus Japan und Südkorea schlugen sich besser als die Europäer und die Amerikaner, so das Ergebnis. Am Ende kamen fünf der sechs profitabelsten Autobauer der Welt aus Asien. Nur BMW schaffte mit 9,3 Prozent Umsatzrendite noch den Sprung auf Platz drei.

Deutsche Autoindustrie am Rand des Abgrunds

Eine Trendwende ist nach Einschätzung des EY-Marktbeobachters Constantin Gall nicht in Sicht. Eher im Gegenteil! Denn die aktuelle Krise dürfte sich im Laufe des Jahres noch weiter zuspitzen. „Die Autoindustrie muss derzeit an vielen Fronten kämpfen, hinzu kamen die US-Zölle. Für einige etablierte Hersteller steht das komplette Geschäftsmodell auf dem Spiel“, betont der EY-Experte. Wenn die Gewinne weiter sinken, wird sich bei einigen Herstellern die Existenzfrage stellen. Denn der Wettbewerbsdruck in der Autobranche sei derzeit nur mit dem Prädikat brutal zu beschreiben. Gall rechnet allein wegen der Zölle mit Einbußen im Milliardenbereich. Es herrschen bekanntlich auch bereits Sparprogramme und Stellenabbau. Doch das allein werde das Problem nicht lösen. Gall empiehlt mehr Tempo bei der Fahrzeugentwicklung, schnellere Entscheidung mit Blick auf Marktveränderungen und eine konsequente Digitalisierung der Branche. Man müsse sich dazu aber quasi neu erfinden. Man sollte sich China dabei durchaus als Vorbild nehmen. Zuerst haben sie vom Westen gelernt, jetzt sollte der Westen vom Osten lernen.

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