Blick ins Rüstungsgeschehen So reagieren Deutschlands Rüstungskonzerne auf den Auftrags-Boom

Quelle: dpa 5 min Lesedauer

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Deutsche Waffenschmieden bekommen vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges derzeit so viele Aufträge wie noch nie. Der Autor Wolf von Dewitz beschreibt hier, wie es aussieht ...

Bevor der Ukrainekrieg ausbracht, führten die deutschen Rüstungsfirmen eher ein Schattendasein. Nicht zuletzt dümpelte die Bundeswehr mehr oder weniger vor sich hin. Doch nun schwimmen Rheinmetall, Thyssenkrupp, Hensoldt & Co. auf einer Rekordauftragswelle.(Bild:  Stakkatoman)
Bevor der Ukrainekrieg ausbracht, führten die deutschen Rüstungsfirmen eher ein Schattendasein. Nicht zuletzt dümpelte die Bundeswehr mehr oder weniger vor sich hin. Doch nun schwimmen Rheinmetall, Thyssenkrupp, Hensoldt & Co. auf einer Rekordauftragswelle.
(Bild: Stakkatoman)

Rheinmetall hat in Weeze (NRW) eine rund 100 Millionen Euro teure Fabrik gebaut, um dort wichtige Bauteile für den Tarnkappenbomber F35 zu fertigen. Konzernchef Armin Papperger und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) feiern den Bauabschluss heute vor Ort. Das Beispiel zeigt, dass Angesichts der steigenden staatlichen Ausgaben für die Verteidigung, die Rüstungsbranche in Deutschland boomt, wie schon lange nicht mehr. Und große Player investieren nun stark in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten. Hier ein Überblick über das rasante Branchenwachstum mit ausgewählten Beispielen.

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Rheinmetall holt Kfz-Belegschaft in den Rüstungssektor

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall hatte Ende März einen Backlog von 62,6 Milliarden Euro. Zu diesem gehören der Auftragsbestand, Rahmenverträge und Erwartungen aus anderen Geschäftsbeziehungen. Ende 2021, vor dem Ukrainekrieg, war das mit 24,5 Milliarden Euro nicht mal annähernd die Hälfte. Auch Umsatz und Gewinn schießen seit Monaten steil nach oben und die Mitarbeiterzahl soll in den nächsten 24 Monaten um 25 Prozent (auf 40.000 Personen) steigen. Der Börsenkurs ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 etwa um das 18-fache gestiegen. Und weil das Autogeschäft des Konzerns schwächelt, soll ein Teil der betroffenen Belegschaft in den Rüstungsbereich wechseln. Seinen größten Standort im niedersächsischen Unterlüß erweitert Rheinmetall für rund 300 Millionen Euro um eine neue Munitionsfabrik. Das Rumpfmittelteil für die F35 wird, wie eingangs schon erwähnt, in Weeze gefertigt. Der Konzern gehört zu den wichtigsten Waffenlieferanten der Ukraine, bezahlt wird das Ganze aber teilweise von der Bundesregierung.

Hensoldt ist der Experte für „Augen und Ohren“ der Streitkräfte

Der Ukrainekrieg macht deutlich, wie wichtig die elektronische Kampfführung ist. Diese Entwicklung ist Wasser auf die Mühlen von Hensoldt aus Taufkirchen bei München. Denn das Unternehmen bietet Sensoren und Radarsysteme an, die das Unterstützen. Der Umsatz stieg deshalb im gleichen Zeitraum wie bei Rheinmetall um etwa 50 Prozent (auf rund 2,2 Milliarden Euro) an. In diesem Jahr möchte man mithilfe der rund 9.000 Beschäftigten mindestens 2,5 Milliarden Euro erlösen und 2030 gar sechs Milliarden, so der Plan. Radare von Hensoldt kommen im Ukrainekrieg zum Einsatz, um etwa die Bevölkerung vor russischen Luftangriffen zu schützen. Man findet sie aber auch im Eurofighter. Der Bund hält außerdem eine Sperrminorität von gut 25 Prozent an dem Konzern, der einst zu Airbus gehörte. In den vergangenen drei Jahren investierte Hensoldt eine Milliarde Euro für einen neuen Optronikstandort in Oberkochen. Hensoldt fertigt aber auch Periskope für gepanzerte Fahrzeuge sowie Sehrohre für U-Boote.

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