Blick ins Rüstungsgeschehen

So reagieren Deutschlands Rüstungskonzerne auf den Auftrags-Boom

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TKMS genießt Oberwasser mit Know-how für für unter Wasser

Wo wir schon mal bei den U-Booten sind, können wir auch gleich zu Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) marschieren. Denn die Kieler Tochterfirma des Essener Industriekonzerns Thyssenkrupp ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für nicht-nuklear betriebene U-Boote. Man sei außerdem bis Anfang der 2040er-Jahre damit ausgelastet. Im Dezember hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages den Bau von vier weiteren U-Booten der Klasse 212CD für die Deutsche Marine bewilligt. Damit sind insgesamt zehn solcher Boote beauftragt. Davon werden sechs für Deutschland fahren und vier für Norwegen. Kürzlich bekam TKMS auch noch einen satten 800-Millionen-Euro-Auftrag des Bundes zur Modernisierung von sechs in die Jahre gekommene U-Booten der Bundesmarine vom Typ 212A. Das Auftragsbuch beträgt nach TKMS-Angaben rund 18 Milliarden Euro. Die Werft bewirbt sich derzeit auch auf den Bau von U-Booten für Kanada. Der Rüstungskonzern beschäftigt insgesamt 8.500 Mitarbeiter und hat auch eine Werft in Wismar.

DND-Panzerfaust packt den Panzerstier bei den stählernen Hörnern

Die Dynamit Nobel Defence GmbH (DND) ist ein Rüstungsunternehmen, dass mit Blick auf die Öffentlichkeit weitgehend unter dem Radar unterwegs ist. Bekannt ist aber, dass DND der Ukraine bis April 2025 insgesamt 16.917 Panzerfäuste des Typs Matador zur Verfügung stellte und dafür von der Bundesregierung bezahlt wurde. Für das Unternehmen mit über 300 Mitarbeitern ist der Ukrainekrieg also ein enormer Impuls für Wachstum. In einer Pflichtmitteilung vom März 2023 – auch das gibt es – schrieb das Unternehmen immerhin, dass sich der Umsatz im Jahr 2022, also dem Jahr des Kriegsbeginns, auf circa 140 Millionen Euro belief und damit auf über das Doppelte von 2021 mit 58 Millionen Euro. DND gehört übrigens zum israelischen Rüstungskonzern Rafael.

Heckler & Koch marschiert von der drohenden Pleite zum Erfolg

Keine zehn Jahre ist es her, als Heckler & Koch, bekannt für automatische Handfeuerwaffen, tief in den roten Zahlen steckte und auf einem enormen Schuldenberg hockte. Die Lage war sogar so prekär, dass die Belegschaft sich zu unbezahlter Mehrarbeit bereit erklärte. Doch das ist jetzt sozusagen Schnee von vorgestern. Denn inzwischen eilt die profitable Waffenschmiede von einem Höchstwert zum nächsten. Im Stammwerk in Oberndorf im Nordschwarzwald wird deshalb auch kräftig investiert – etwa in ein neues Schießzentrum. In den kommenden Jahren sollen die Investitionen noch verstärkt werden. Nicht nur die Bundeswehr wird aber mit neuen Waffen beliefert. Auch einige baltische Staaten und Norwegen, nicht umsonst also Nachbarstaaten von Russland, nehmen Hecker-&-Koch-Waffen gerne in die Hand. Seit Anfang 2022 stieg die Zahl der Mitarbeiter um gut ein Fünftel auf circa 1.300 Personen.

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