Schleifmaschinen

Deutsche Schleifmaschinen erleben weltweiten Boom

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Einen Hauptaspekt für die Beliebtheit der deutschen Hersteller sieht Dr.-Ing. Oliver Gerent, Technischer Leiter der Schütte Schleiftechnik, im breit angelegten Know-how: „Ein wesentlicher Grund für den Erfolg als deutscher Werkzeugmaschinenhersteller liegt darin, dass nicht die Maschine an sich betrachtet und damit letztlich verkauft wird, sondern vielmehr der Gesamtprozess. Wir lösen Bearbeitungsaufgaben und betrachten dabei die gesamte Peripherie.“

Anspruch an Schleifmaschinen weltweit vergleichbar

Der Anspruch an die Schleifmaschinen differiere dabei weltweit kaum: „Egal ob China, Nordamerika oder Europa, die Anforderungen an Qualität der herzustellenden Werkstücke ist gleich. Ein großer Unterschied ist in lediglich im Bereich der Automation zu erkennen – chinesische Kunden verzichten gerne beispielsweise auf die ‚teure’ Automation.“

Angst vor den aufstrebenden Chinesen zeigt Schütte nicht: „Es lassen sich nicht so einfach billige Kopien unserer Maschinen machen, dafür steckt unter anderem einfach noch zu viel Know-how im Bereich der Programmierung. Wir dürfen aber nicht so blauäugig sein und glauben, dass das so bleibt.“

Das Exportgeschäft trägt auch bei Buderus Schleiftechnik wesentlich zum Erfolg bei. Das Unternehmen aus dem hessischen Aßlar hat sich auf Schleifmaschinen spezialisiert, die vor allem in der Getriebefertigung eingesetzt werden. Buderus profitiert von der aktuellen Entwicklung der Automobilindustrie, in der verstärkt die besonders energieeffizienten Doppelkupplungsgetriebe in die neuen Wagenbaureihen integriert werden.

Schleifmaschinen-Hersteller Buderus profitiert von Mittenantriebsmaschinen

Diese Getriebeart wiederum stellt mit seinen Bauteilen wie der Hohlwelle höhere Ansprüche an die Fertigung, was bei Buderus eine erhöhte Nachfrage nach der so genannten Mittenantriebsmaschine zur Folge hat. Bei dieser Maschinenbauart wird das Werkstück in der Mitte gespannt und angetrieben, so dass beide Enden frei bleiben und gleichzeitig bearbeitet werden können.

Buderus sieht sich trotz Spezialisierung und hohem technischen Know-how einem harten Preiskampf gegenüber, wie Verkaufsleiter Dr. Joachim Heim erklärt: „Neben der deutschen Konkurrenz sind es vor allem italienische Werkzeugmaschinenhersteller, die uns bei den Verhandlungen vor allem preislich zu unterbieten versuchen.“

Zudem macht der hohe Euro-Kurs das Überseegeschäft schwierig, vor allem mit den USA: „Lediglich wenn die Technik konkurrenzlos ist, lassen sich im Dollarraum weiterhin gute Geschäft machen“, so Heim.

Schwacher Dollar kann Schleifmaschinen-Hersteller nicht bremsen

Aber auch Preiskampf und Dollarschwäche können die Bilanz des Unternehmen nicht trüben: Die Anzahl der bestellten Maschinen erhöhte sich von 2007 zu 2008 um 40%, der Exportanteil stieg von 50 auf 74%. Vor allem der stark gestiegene Export in Europa und Vertriebserfolge in Asien machten die Mankos Preisdruck und Dollarschwäche mehr als wett.

Wohin die technische Entwicklung bei den Schleifmaschinen gehen wird, ist für Heim klar: Verfahrensintegration und Komplettbearbeitung sind die Schlüssel für den künftigen Markterfolg der deutschen Schleifmaschinenhersteller.

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