Lenze Dezentrale Antriebspakete beschleunigen die Fördertechnik

Autor / Redakteur: Rune Friis-Knutzen / Stefanie Michel

Um den unterschiedlichsten Anforderungen in der Fördertechnik wie etwa zunächst hohes Anlaufmoment und dann niedriges Dauermoment gerecht zu werden, wurde ein Antriebspaket entwickelt, das Maschinenbauern auch in Sachen Drehmoment und Drehzahlübersetzung das Leben leichter machen soll.

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Die Antriebe, die bisher in der Fördertechnik verwendet werden, sind oft überdimensioniert. Sie brauchen deshalb zu viel Energie.
Die Antriebe, die bisher in der Fördertechnik verwendet werden, sind oft überdimensioniert. Sie brauchen deshalb zu viel Energie.
(Bild: Lenze)

Üblicherweise kommen in der Fördertechnik Antriebe zum Einsatz, die entweder direkt am Netz betrieben werden oder mit Softstarter ausgerüstet sind. Das hat jedoch gravierende Nachteile: Es erfordert viele verschiedene Getriebeübersetzungen, die Antriebe sind oft überdimensioniert und verbrauchen zu viel Energie (Bild 1). Das ist alles in allem wenig effizient. Lenze hat sich dieser Problematik angenommen, altbekannte, übliche Lösungen in Frage gestellt sowie genau hingesehen, welche Anwendungen es gibt und was für diese wirklich benötigt wird – zum Vorteil der Maschinenbauer und der Anlagenbetreiber.

Das Ergebnis: dezentrale Antriebspakete, die genau auf die jeweilige Aufgabe zugeschnitten sind. Speziell für die horizontale Fördertechnik bietet der Spezialist für Motion Centric Automation seine neuste Lösung: eine Kombination aus Lenze-Smart-Motor und der Getriebereihe g500, die dem Maschinenbauer auch in Sachen Drehmoment und Drehzahlübersetzung das Leben leichter macht (Bild 2).

In der horizontalen Fördertechnik wird der Motor oft überdimensioniert

„In der Intralogistik ist rund die Hälfte der elektrischen Antriebe in der horizontalen Fördertechnik im Einsatz“, erläutert Prof. Dr. Holger Borcherding, fachlicher Leiter des Bereichs Innovation bei Lenze. „Die Mehrzahl dieser Antriebe sind direkt am Netz betriebene Asynchronmotoren, deren Drehzahlen an die Netzfrequenz gekoppelt sind. Daher ist hier für jede Anwendung eine eigene Getriebeübersetzung notwendig. In der Fördertechnik benötigen viele Anwendungen dazu ein höheres Anlaufmoment im Vergleich zum Dauerdrehmoment.“ Die Folge sei, dass der Netzmotor zu groß dimensioniert werde und daher im Dauerbetrieb zu viel Energie verbrauche.

Eine übliche Alternative dazu ist der Einsatz eines Frequenzumrichters mit hoher Komplexität, um den Motor in der Anlaufphase effizienter anzusteuern und verschiedene Drehzahlen, sanftes Anfahren und Abbremsen zu realisieren. Das hohe Anlaufmoment wird durch einen größer dimensionierten Fre-quenzumrichter erreicht.

Mechatronische Integration bringt Intelligenz in den Antrieb

Lenze geht einen neuen Weg: Die integrierte Antriebslösung, bestehend aus Lenze-Smart-Motor und der Getriebereihe g500, vereint die Einfachheit eines Netzmotors mit den Vorteilen einer elektronischen Ansteuerung. Elektronik und Software sind in den Antrieb integriert – Mechanik, Elektronik und Software verschmelzen zu einer Einheit. Der Vorteil: Die Drehzahl des Motors wird intelligent und passgenau in das erforderliche Drehmoment übersetzt. Und um eine Überdimensionierung zu vermeiden, ist das Anlaufmoment viel höher.

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