Enttäuschte Branche Die additive Fertigung braucht auch dringend staatliche Förderungen!

Quelle: Mesago Messe Frankfurt 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Veranstalter der Formnext sowie führende Experten im Bereich additive Fertigung fordern ein Überdenken der staatlichen Förderung. Denn derzeit ist wohl keine vorgesehen.

Der 3D-Druck respektive die additive Fertigung schafft Systeme, die sonst kaum machbar wären. Er unterstützt auch den Leichtbau, um Ressourcen zu schonen. Staatliche Förderungen waren ausdrücklich geplant. Nun findet man nichts davon! Das empört Experten und Mesago-Macher ...(Bild:  Poseidoneers)
Der 3D-Druck respektive die additive Fertigung schafft Systeme, die sonst kaum machbar wären. Er unterstützt auch den Leichtbau, um Ressourcen zu schonen. Staatliche Förderungen waren ausdrücklich geplant. Nun findet man nichts davon! Das empört Experten und Mesago-Macher ...
(Bild: Poseidoneers)

Noch vor wenigen Wochen hatte die neue deutsche Regierung in Aussicht gestellt, sich stärker um Zukunftstechnologien wie etwa die additive Fertigung zu kümmern. Der 3D-Druck wurde dabei als förderungswürdig explizit im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf Seite 4 genannt, heißt es weiter. Unter dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ konnte man lesen, dass Leichtbau, additive Fertigung respektive 3D-Druck gefördert werden sollen. Diese Position wurde auch Anfang Juni bestätigt, als die Wirtschaftsminister der Bundesländer für zwei Tage in Stuttgart zusammenkamen. Die Wirtschaftsministerkonferenz begrüßt, dass die Förderung von Leichtbautechnologien und additiver Fertigung auch weiterhin zu den politischen Zielsetzungen auf Bundesebene zählt, hieß es damals. Das gilt als ein wichtiges Signal, das nun mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden sollte, so der Wortlaut des Ergebnisprotokills. Doch in der aktuellen Vorlage des Haushaltsentwurfs der Bundesregierung sind keine neuen Förderungen für den additive Fertigung und Leichtbau geplant, haben Experten und die Mesago Messe Frankfurt, Veranstalter der Messe Formnext, entdecken müssen.

Der Leichtbau wird soll nur noch „ausfinanziert“ werden

„Wir vermissen hier ein klares Bekenntnis zu dieser Zukunftstechnologie – insbesondere nachdem das im Koalitionsvertrag bereits in Aussicht gestellt wurde“, wundert sich Sascha Wenzler über die Situation. Als Vice President Formnext bei der Mesago Messe Frankfurt verantwortet er nicht zuletzt die, wie es heißt, weltweit wichtigste Messe für die additive Fertigung respektive den 3D-Druck. Nicht zuletzt zählen die additiven Verfahren zur nächsten Generation der industriellen Produktion. Auch führende deutsche 3D-Druck Experten zeigen sich davon enttäuscht. Sie fordern deshalb eine Aktualisierung der politischen Strategie. Im aktuellen Haushaltsentwurf der Bundesregierung von 26. Juni 2025 findet sich die additive Fertigung (die bisher unter dem Begriff Leichtbau mitgefördert wurde) also nicht wieder. Auf Seite 3364 werden dagegen für den Bereich Leichtbau statt neuer Projekte nur noch Mittel eingeplant, die ausschließlich zur Ausfinanzierung der in Vorjahren eingegangenen Verpflichtungen und zur Abwicklung des Programms Leichtbau dienen sollen.

Ohne Förderung geht Innovationskraft flöten

Sollte dieser Entwurf umgesetzt werden, sieht Wenzler folgendes kommen: „Die weltweit führende Position der deutschen 3D-Druck-Industrie langfristig steht dann auf dem Spiel. Das hätte sicher auch negative Auswirkungen auf die Innovationsfähigkeit zahlreicher deutscher Industriebereiche.“ Denn die additive Fertigung (englisch: Additive Manufacturing = AM) ist zwar eine junge, aber gleichzeitig extrem innovative Sparte. Additiv gefertigte Bauteile und Komponenten machten bereits heute in zahlreichen Branchen neue, leistungsfähigere und oftmals auch nachhaltigere Produkte und Systeme möglich. Das betrifft unter anderem die Automobilindustrie, die Medizin, die Energiewirtschaft sowie sicherheitsrelevante Branchen, wie Luft- und Raumfahrt nebst Verteidigung. „Diese große Bedeutung für Innovationen haben Staaten wie USA, China und zahlreiche andere erkannt und in entsprechenden Förderprogrammen umgesetzt“, ergänzt Christoph Stüker, ebenso Vice President Formnext bei Mesago Messe Frankfurt. Und wie innovativ der deutsche AM-Sektor entlang der kompletten Wertschöpfungskette sei, zeige sich jedes Jahr auf der Formnext in Frankfurt am Main. Ohne Förderungen könnte das bald Geschichte sein.

(ID:50535165)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung