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Die Ökodesign-Richtlinie der EU für energieverbrauchsrelevante Produkte verfolgt das Ziel, Energie und andere Ressourcen bei Herstellung, Betrieb und Entsorgung der betroffenen Produkte einzusparen. Ab 2015 beziehungsweise 2017 werden die Voschriften weiter verschärft. Welche Auswirkungen auf Antriebssysteme sind zu erwarten?
Diese EU-Richtlinien sind ganz sicher hilfreich, um die Nachfrage nach energetisch guten Antriebslösungen zu unterstützen und Anreize zu schaffen, nicht nur die Anschaffungskosten bei der Kaufentscheidung zugrunde zu legen. Insgesamt erlangt die Energieeffizienz in der Antriebstechnik dadurch einen höheren Stellenwert in der Entscheidungsfindung.
Wo sehen Sie in naher Zukunft die größten Herausforderungen bei der Weiterentwicklung energieeffizienter Antriebslösungen?
Neben allen bereits erwähnten Einzelmaßnahmen sehe ich die Herausforderung, den Blick auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts zu richten – nicht nur in der Antriebstechnik. Noch immer ist es für viele Lieferanten ein ungeschriebenes Gesetz, die Lebensdauer zu „optimieren“, zu optimieren aus betriebswirtschaftlicher Sicht, nicht aus volkswirtschaftlicher. Leitgedanke ist dabei vor allem, wie schnell kann ein verkauftes Produkt durch ein neues ersetzt werden, also wann kann neuer Umsatz generiert werden. Unter gesellschaftlicher Betrachtung ist es widersinnig, ein Produkt mit viel Energieaufwand zu erzeugen, über einen begrenzten Zeitraum zu betreiben, um es baldmöglichst mit viel Energieaufwand zu entsorgen, im besten Fall zu recyceln. Yaskawa spielt in Bezug auf die Lebensdauer eine Vorreiterrolle. Zehn Jahre wartungsfreier Betrieb ist die Vorgabe, die unsere Entwicklungsingenieure beim Design von Umrichtern zu erfüllen haben. Ich würde mir wünschen, dass die Politik solche Initiativen entsprechend unterstützt. Die Optimierung des Betriebs einer Anlage ist wichtig, adressiert jedoch nur einen Teil der gesamten Energiebilanz eines Antriebsprodukts. Langfristiges und nachhaltiges Denken kommt heute noch viel zu kurz.
* Das Interview führte Bernhard Kuttkat, freier Mitarbeiter.
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