Cebit 2017

Die Cebit an einem Tag – ein Erfahrungsbericht

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Die Bundesdruckerei als Maschinenbauer

Und dann ist sie wieder da, die Überraschung auf der Cebit. Ein simpler Name: Bundesdruckerei. Das klingt nach Behörde, nach alten Maschinen, die verfilzte Ausweise drucken. Die Bundesdruckerei ist aber eine GmbH, wird mir erzählt, die höchst aktiv auf dem Bereich Security ist. Die Neuausrichtung sei vor mehr als zehn Jahren nötig geworden, damals als der biometrische Pass entwickelt wurde. Seitdem habe man sich mit dem Thema der digitalen Sicherheit auseinandergesetzt. Auf dem Messestand steht eine voll vernetzte Industrie-4.0-Maschine zur Produktion von Ausweisdokumenten. Diese Maschine hat die Bundesdruckerei selbst gefertigt und bietet sie so auch anderen Ländern zum Kauf an, erfahre ich.

Außerdem ist die Bundesdruckerei in verschiedenen digitalen Diensten unterwegs, etwas bei sicheren Cloud-Diensten, bei denen die Daten der Kunden auf verschiedene Cloud-Anbieter verteilt werden, und damit sicher sind. Auch das Thema sichere Identitäten in der Industrie 4.0 hat sich die Bundesdruckerei angenommen, man kooperiert außerdem mit SAP. Ich bin ehrlich beeindruckt.

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Autonomes Fahren wird auf der Cebit gerne mit schnittigen Sportwagen illustriert.
Autonomes Fahren wird auf der Cebit gerne mit schnittigen Sportwagen illustriert.
(Bild: Robert Horn)

Gefühlt an jeder Ecke steht hier übrigens ein schnittiger Sportwagen herum. Meistens geht es dann um autonomes Fahren oder smarte, vernetzte Fahrzeuge. Das Thema der selbstfahrenden Autos ist auf der Cebit definitiv angekommen. Irgendwo soll es auch dieses selbstfahrenden Postbus geben, Den muss ich unbedingt noch finden. Und mich damit herumkutschieren lassen.

Industrie 4.0 in Paketform

Kurz zurück in Halle 5: Hier treffe ich Christian Leopoldseder von Asseco Solutions. Spannend ist, dass das Unternehmen derzeit einen Wandel vom reinen ERP-Anbieter hin zu smarten Industrie-4.0-Lösungen vollzieht. Und das mit einer Geschwindigkeit und Konsequenz, die beeindruckt. Bereits vor einigen Jahren hatte man damit angefangen, eine predictive-Maintenance-Lösung zu entwickeln.

Inzwischen ist das Projekt aus dem Projekt-Status hinaus, sodass Asseco konkrete Pakete zum Verkauf anbieten kann. So lassen sich Maschinen leicht vernetzten, die entsprechenden Daten in der Cloud ablegen. Der Kunde selbst kann entscheiden, welche Daten erhoben werden, und wo sie abgelagert werden, etwa in der Private oder der Public Cloud. Eine weitere Option ist, die Daten über eine App den Endkunden anzubieten. So können die Käufer der Maschinen sehen, ob Ihre Investitionen rund laufen oder ob es irgendwo zu Problemen kommt.

Der Verkäufer der Maschine, also der Kunde von Asseco, erhält diese Daten ebenfalls, kann so die eigenen Maschinen besser überwachen und bei Ausfällen leiter reagieren. Er ist, um das zu klären, auch der Eigentümer der Daten. Asseco bietet diese Pakete erst seit wenigen Wochen an, schon jetzt denkt man über den nächsten Schritt nach: Künstliche Intelligenz soll helfen, den Service noch weiter zu verbessern. Deshalb ist man in intensiven Gesprächen mit Siemens, IBM und auch Micrsoft.

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