Cebit 2017

Die Cebit an einem Tag – ein Erfahrungsbericht

Seite: 6/6

Firmen zum Thema

Der Mann, der ein Verräter ist

Was dann folgt, ist mein persönliches Highlight. Edwards Snowden, der bekannteste Whistleblower der Welt, wird abends auf den Global Conferences live zugeschaltet. Es ist in der Tat ein besonderer Moment. Warum? Weil sich dieser junge Mann nicht in den Mittelpunkt stellt, sich nie in den Vordergrund drängt. Er mahnt, er warnt – vor aufdringlichen Geheimdiensten, vor verantwortungslosen Herstellern, vor zu viel Überwachung.

Das ist das goldene Zeitalter der Überwachung, sagt er an einer Stelle. Man müsse es den Ländern dieser Erde, die versuchen, das Internet unter sich aufzuteilen, schwer machen. Sich schützen. Daten schützen. Verschlüsseln, kontrollieren und immer wieder aufdecken. Und den Kindern von morgen „Magie“ beibringen: Das Wissen, die digitale Welt zu verstehen und zu kontrollieren, um das uneingeschränkte Schalten und Walten der Großen und Mächtigen auszutrocknen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 61 Bildern

Snowden spricht dabei immer ruhig, selbst, als es um sein ungewisses Schicksal geht – oder seine Rolle als Vorbild, als Idol. So sieht er sich nicht und was passieren wird, wird passieren, sagt er. Und so klingt er dann doch genau wie das Idol, das er nicht sein möchte.

Die Mission ist erfüllt

Cebit an einem Tag, geschafft. Oder auch nicht. Nicht alles, was ich mir vorgenommen hatte, hat auch geklappt. Eine spannende Geschichte aus JEDER Halle? Ging nicht. Mit dem selbstfahrenden Bus kutschieren? Nicht gefunden. Tesla besuchen? Muss ich verpasst haben. Gelohnt hat es sich trotzdem. Vor allem, weil das die letzte Cebit ihrer Art sein wird. Ab nächstem Jahr wird alles anders. Das freut mich, denn es wird der Messe gut tun. Und vielleicht wage ich mich dann wieder an die Aufgabe „Cebit an einem Tag“.

(ID:44585824)

Über den Autor