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Energieeffizienz spielt eine große Rolle
Wie wichtig die Produktion dieser hocheffizienten Kühlaggregate der Baureihe Blue e+ ist, erläutert Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Rittal in Herborn: „Europaweit sind rund 2 Mio. Schaltschrank-Kühlgeräte am Netz, die mit 2 GW ein gesamtwirtschaftlich relevantes Verbrauchspotenzial darstellen und für einen CO2-Ausstoß von rund 4 Mio. t pro Jahr verantwortlich sind. Und mit den hier in Valeggio gefertigten Kühlgeräten der Baureihe Blue e+ kann der Energieverbrauch in der Spitze um 75 % gesenkt werden.“ Würde man alle Kühlgeräte durch die neue Baureihe ersetzen, könne man also nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch den CO2-Ausstoß in Europa deutlich senken. „Dann ließen sich 3 Mio. t CO2 einsparen. Theoretisch könnte man aufgrund der deutlich reduzierten Leistungsaufnahme ein Kernkraftwerk mittlerer Größe abschalten“, verdeutlicht Steffen.
Wie effizient die Kühlgeräte arbeiten, das bestätigen – laut Steffen – auch andere Unternehmen, die die Kühlgeräte von Rittal einsetzen: Der Automobilproduzent Daimler habe damit 91,2 %, Audi 79,4 %, Volkswagen 76,3 % und Renault 53 % einsparen können. Selbst das sehr effizient aufgebaute Werk von Volvo meldete einen Rückgang von 17,1 %. Ähnlich sei dies auch bei Werkzeugmaschinenherstellern gewesen.
„Die Energieeinsparungen lagen immer im Bereich von 75 %.“ Das Besondere der Kühlgeräte sei auch die genaue Regelung. Der Rittal-Geschäftsführer erläutert: „Die Kühleinheiten sorgen für eine konstante Temperatur im Schaltschrank. Die Hysterese geht bei diesen Geräten gegen null. Das trägt zu einer hohen Lebensdauer der Bauteile bei, die gekühlt werden sollen.“ Früher habe die Hysterese bei 5 K gelegen. Womit die Bauteile natürlich einem gewissen Temperaturstress ausgesetzt waren.
Technisches Herzstück der neuen Gerätegeneration ist die patentierte Integration einer Heat Pipe in den klassischen Kompressionskältekreislauf. Sie ermöglicht eine passive Kühlung von Schaltschränken. Falls die Kühlleistung nicht ausreicht, haben die Geräte zusätzlich ein herkömmliches, aktives Kühlsystem mit Kompressor an Bord. Der Clou: Das aktive Kühlsystem ist stufenlos regelbar und lässt sich somit genau auf die individuellen Anforderungen einstellen. Dieses Hybridsystem aus Heat Pipe und drehzahlgeregeltem Kompressor – und Lüftern – hat dabei nicht nur einen positiven Effekt auf den Energieverbrauch.
„Herkömmliche Schaltschrank-Kühlgeräte arbeiten gewöhnlich mit einer Zweipunktregelung, die den Kompressionskältekreislauf bei Bedarf an- und ausschaltet“, erklärt Steffen. Das heißt: Das System kühlt so lange unter Volllast, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist, und wird dann komplett ausgeschaltet. Steigt die Temperatur erneut, muss der Motor unter höchster Leistung wieder anlaufen, was außer einem hohen Energieverbrauch auch eine enorme Belastung für Motor, Lüfter und sonstige Bauteile bedeutet. Zudem werden die zu kühlenden Schaltschrankkomponenten dadurch einem permanenten thermischen Stress ausgesetzt, der ihre Lebensdauer deutlich reduziert.
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