Schutzeinrichtungen Die Formel für berührungslosen Schutz von Personen

Autor / Redakteur: Matthias Wimmer / Claudia Otto

Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen funktionieren nur dann zuverlässig, wenn sie ordnungsgemäß montiert, installiert und kontrolliert werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die EN ISO 13855. Aber auch die Betriebssicherheitsverordnung ist zu beachten, wenn es um die regelmäßige Kontrolle und die Funktionsfähigkeit geht.

Anbieter zum Thema

Der Wiederanlauf einer Maschine nach Auslösen einer Schutzeinrichtung darf nicht auto-matisch nach Verlassen des Schutzfeldes erfolgen.
Der Wiederanlauf einer Maschine nach Auslösen einer Schutzeinrichtung darf nicht auto-matisch nach Verlassen des Schutzfeldes erfolgen.
(Bild: Pilz)

Lichtgitter, Lichtschranken oder andere berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen erkennen einen Menschen oder einen Körperteil des Menschen bei Annäherung an eine Gefahr im Maschinenumfeld. Über eine nachfolgende Steuerung wird die Gefährdung rechtzeitig in einen sicheren Zustand geschaltet.

Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen kommen immer dann zum Einsatz, wenn der Zugang zu dem dahinter liegenden Gefährdungsbereich besonders leicht möglich sein soll, zum Beispiel beim Rüsten oder Befüllen von Maschinen, gleichzeitig aber nicht mit gefährlichen Ereignissen aus der Maschine heraus zu rechnen ist.

Sicherheitsabstand S wird in der EN ISO 13855 definiert

Um eine mögliche Gefährdung schnell genug abschalten zu können, muss die Schutzeinrichtung mit entsprechendem Abstand montiert werden. Dieser Abstand (Sicherheitsabstand S) wird in der EN ISO 13855 definiert und hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:

  • t1 = Reaktionszeit der Schutzeinrichtung selbst;
  • t2 = Reaktionszeit der Maschine, das heißt Anhaltezeit der Maschine als Reaktion auf das Signal der Schutzeinrichtung;
  • C = mögliche Annäherung an einen Gefahrenort, ohne von der Schutzeinrichtung erkannt zu werden, wie zum Beispiel das unerkannte Durchgreifen durch zwei Strahlen eines Lichtvorhangs, abhängig vom Abstand dieser Strahlen;
  • K = anzunehmende Annäherungsgeschwindigkeit des menschlichen Körpers oder von Körperteilen. Dieser Faktor wird in der EN ISO 13855 mit 1600 mm/s für die Schreitgeschwindigkeit und 2000 mm/s für die Greifgeschwindigkeit definiert.

Der Sicherheitsabstand lässt sich dann mit folgender Formel berechnen: S = K* (t1 + t2) + C

Bilden die berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen horizontale oder geneigte Schutzfelder über einer abzusichernden begehbaren Fläche, so sind diese in einer durch Anwendung und BWS vorbestimmten Mindesthöhe anzubringen. Der Sicherheitsabstand zwischen dem äußeren Schutzfeldrand und der abzusichernden Gefahrenstelle ist auch hier so zu bemessen, dass unter Berücksichtigung der Maschinennachlaufzeit Verletzungen durch die gefährliche Bewegung im Gefahrenbereich auszuschließen sind.

(ID:34948090)