Zeitarbeit

Die Kräfte haben sich hin zum Mitarbeiter verschoben

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VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner argumentiert, die Gewerkschaftsforderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit würde auch gleiche Produktivität verlangen. Das wäre bei Zeitarbeitnehmern aber nicht der Fall. Hat er Recht?

Graf: Nein. So pauschal hat er nicht Recht. Gerade bei den Spezialisten geht der Kunde zurecht davon aus, dass er direkt von Anfang an eine hohe Produktivität erhält – wie bei Unternehmensberatern auch.

Polak: Der Ansatz sollte eher lauten „gleicher Lohn für gleiche Leistung“. Natürlich benötigen auch Zeitarbeitnehmer eine Einarbeitungszeit. Aber wenn ein Mitarbeiter über zwei Jahre im gleichen Betrieb eingesetzt ist und dort vielleicht sogar bessere Leistungen bringt als die Mitglieder der Stammbelegschaft, ist eine schlechtere Bezahlung nicht plausibel erklärbar.

Dauch: Allerdings steht der Zeitarbeit als eigenständiger Branche die Tarifautonomie zu und damit das Aushandeln der Gehälter in eigener Regie mit den entsprechenden Tarifparteien.

Traub: Ich wehre mich gegen pauschale Aussagen. Insbesondere über die Produktivität. Prinzipiell sind auch temporäre Mitarbeiter engagiert und motiviert. Wie gesagt, viele unserer Kunden wissen das schon lange zu würdigen.

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Andrea Dauch, Regionaldirektorin Süd bei Randstad in Stuttgart, erläutert den Einsatz von Weiterbildungsmaßnahmen in der Qualifikation von Zeitpersonal.Ab Mai 2011 können ausländische Zeitarbeitsfirmen ihr Personal in Deutschland anbieten. MM-TV sprach mit Stefan Polak, Vorstand der Job AG in Fulda, über die Konsequenzen für das Lohnniveau in der Branche.Wie das Zeitarbeitsunternehmen Manpower Professional deutsche Mittelständler an ihren ausländischen Standorten unterstützt, erläutert Geschäftsführer Karsten Graf im Interview mit MM-TV.In der Öffentlichkeit wächst der Druck auf die Zeitarbeitsfirmen, die Bezahlung ihrer Mitarbeiter an die der Stammbelegschaften anzugleichen. Dr. Dieter Traub, Geschäftsführer von Orizon in Augsburg, begründet, warum er diese Entwicklung für unvermeidbar hält.

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