Anbieter zum Thema
Tue Gutes und rede darüber
Weil die Neuaufstellung des Personalwesens gut anlief und auch die Mitarbeiterbefragungen positive Ergebnisse brachten, entschied sich Knipex schließlich dafür, ein unvoreingenommenes Expertenurteil zu den eingeführten Maßnahmen einzuholen. Nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ verband Knipex damit auch, sich einem umfassenden Audit mit anschließender Zertifizierung zu unterziehen. Nach Sichtung des Markts entschied sich der Zangenhersteller schließlich für die Zertifizierung „Ausgezeichneter Arbeitgeber“ von TÜV Rheinland.
Vor Ort prüfen die Auditoren alle relevanten Bereiche, vom Personalmarketing über die Personalbeschaffung und -entwicklung bis hin zum Austritts- und Übergangsmanagement. Ein wichtiger Punkt im Prüfkatalog ist unter anderem die Dokumentation des Personalwesens und seiner Prozesse sowie deren praktische Umsetzung. „Ausschlaggebend war für uns, dass auch Mitarbeiter in Interviews nach ihrer Wahrnehmung und ihren Erfahrungen befragt werden“, so Kai Wiedemann, Leiter Personalwesen bei Knipex.
Erfolgreiches Audit
Ein anspruchsvolles Audit, das für das Traditionsunternehmen rundum erfolgreich verlief. Nach der Erstzertifizierung hat Knipex 2015 auch den Bereich Ausbildung zertifizieren lassen. Jährlich finden nun Überwachungsaudits durch TÜV Rheinland statt, die wertvolle Impulse für weitere Verbesserungen liefern, denn die Prüfer verfügen über umfassendes Branchen-Know-how.
Mit Hilfe eines unternehmensweiten Dialogs hat Knipex sein Personalwesen umgestellt. Es entwickelte unter anderem ein Kompetenzmodell, das festlegt, welche Fähigkeiten Mitarbeiter mitbringen müssen und wie sich ihr Verhältnis zum Unternehmen künftig gestalten soll. Dabei kristallisierten sich verschiedene wichtige Anforderungen heraus. Dazu gehört die Bereitschaft, offen zu sein für Veränderungen und sie aktiv mitzutragen.
Und: Jeder, vom Azubi bis zur Fach- und Führungskraft, muss bereit sein, auch Verantwortung zu übernehmen. Denn bei über 1000 Mitarbeitern und einem arbeitsteiligen Produktionsprozess kann nicht mehr – wie noch vor einigen Jahrzehnten – der Chef selbst jede Frage beantworten und jede einzelne Entscheidung selbst treffen.
Fokus auf die Entwicklung der Mitarbeiter
Darauf aufbauend nahm Knipex den Umbau seiner Personalabteilung in Angriff. Die Bereiche Mitarbeitergewinnung, -entwicklung und -bindung wurden unternehmensintern massiv aufgewertet, zugleich mittlere Führungsebenen von Personalaufgaben entlastet. Zu diesem Zweck verstärken zwei neue Referenten das Team. Nur noch zwei statt drei Mitarbeiter kümmern sich hingegen um die verschlankte Lohnabrechnung. So aufgestellt, kann Knipex die Entwicklung von Mitarbeitern viel effektiver fördern. Nicht zuletzt auch dank der Umstrukturierung konnten in den vergangenen drei Jahren beispielsweise rund 40 Mitarbeiter eine berufsbegleitende IHK-Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer absolvieren.
Von der Umstrukturierung profitiert auch die Berufsausbildung junger Menschen. Knipex leistet in diesem Bereich seit jeher vorbildliche Arbeit, seine Auszubildenden zählen oft zu den Jahrgangsbesten in der Region. Um die betriebliche Ausbildung der derzeit 45 Azubis noch besser zu koordinieren, wird das Unternehmen demnächst einen Ausbildungsleiter einstellen.
Für den Wuppertaler Zangenhersteller hat sich die neue Strategie ausgezahlt. Nicht nur die Prozesse im Personalwesen haben sich nachweislich verbessert, auch die Reputation als Arbeitgeber wurde entscheidend gestärkt, die Zahl interessanter Initiativbewerbungen hat zugenommen. „Im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter haben wir einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht“, resümiert Kai Wiedemann. MM
* Angela Recino ist Fachjournalistin in Sankt Augustin mit den Schwerpunkten Management-Systeme und ICT, a.recino@bewegtkommunikation.de, www.bewegtkommunikation.de
(ID:44006433)