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Rechnen Sie auf der Anbieterseite bei den Zeitarbeitsfirmen mit einer Konsolidierung, die ebenfalls die Kosten in die Höhe treibt, weil der Wettbewerbsdruck sinkt?
Lindner: Ich rechne eher mit einer Spezialisierung, etwa indem Personaldienstleister sich auf bestimmte Qualifikationsniveaus konzentrieren. Es gibt bereits jetzt Zeitarbeitsfirmen, die Managementkräfte und solche für Ingenieurdienstleistungen vermitteln.
Sie haben vorhin den relativ geringen Anteil von Zeitarbeitskräften im Maschinen- und Anlagenbau erwähnt. Wird dieser Prozentsatz noch wachsen?
Lindner: Wenn die politischen Rahmenbedingungen für die Zeitarbeit so bleiben, wie sie im Moment sind, wird die Bedeutung der Leiharbeit zunehmen. Wenn die Stammbelegschaften wachsen, dann wird auch die absolute Zahl der Zeitarbeitnehmer wachsen, das ist für mich eine normale Entwicklung. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Anteil der Zeitarbeitskräfte auf rund 5% steigt. Ich glaube aber nicht, dass der Maschinenbau zu einer klassischen Branche der Zeitarbeit wird, weil einfach der Anteil an qualifizierten Arbeitsplätzen viel zu hoch ist.
Wo kommen diese 1,5 Prozentpunkte her, bei denen Sie noch Luft für Flexibilisierung sehen?
Lindner: Ich sehe die Möglichkeit, dass in der Verwaltung und in den technischen Bereichen Zeitarbeit stärker eingesetzt wird. Die Unternehmen müssen auf die zunehmend stärkeren Konjunkturschwankungen reagieren, indem sie ihre Arbeitskosten flexibler gestalten. Entlassungen wollen die Betriebe vermeiden, weil sie wissen, dass sie die guten Leute nicht mehr wiederkriegen, also werden wir Instrumente wie Arbeitszeitkonten und Zeitarbeit verstärkt einsetzen.
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