Sicherheit

Die Risiken in der additiven Fertigung

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... und vermeiden

Im nächsten Schritt sollten für die spezifischen Risiken geeignete Methoden implementiert werden, die Schaden vermeiden oder mindern. So kann zum Beispiel ein Inertisierungssystem die Behälter mit Metallpulver vor Explosionen schützen. Beim Anlagendesign können Systeme zur Explosionsdruckentlastung eingeplant werden, die den Überdruck gezielt nach Außen ableiten, um Behälter vor der Zerstörung durch eine Druckwelle zu schützen. Es können auch Löschanlagen installiert werden oder isolierte Bereiche konzipiert, um Brände an der Ausbreitung zu hindern.

Sicherheit überwachen

Eine kontinuierliche Überprüfung aller Elemente des Plans zum Sicherheitsmanagement ist wichtig, um größtmögliche Sicherheit im Produktionsbetrieb zu gewährleisten. Hier einige Beispiele: Material von Lieferanten muss regelmäßig auf Konformität mit den vereinbarten Spezifikationen überprüft werden. Die Produktionsausrüstung für die additive Fertigung muss zertifiziert sein für den Einsatz in gefährlichen Umgebungen. Die Produktionsabläufe müssen den Bestimmungen für Arbeitssicherheit entsprechen. Regelmäßige Sicherheitstrainings für die Mitarbeiter sowie Audits durch unabhängige Organisationen ergänzen ein wirksames Sicherheitsmanagement.

Standards sind im Entstehen

Für die Zertifizierung und zur Gewährleistung einer sicheren Produktion in der additiven Fertigung müssen Standards geschaffen werden – für Materialien, Prozesse und Produkte. Federführend bei der Entwicklung valider Standards sind sowohl ASTM (American Society for Testing and Materials) als auch ISO (International Organization for Standardization), die bereits 2013 gemeinsam ihren Joint Plan for Additive Manufacturing Standards Development vorgestellt haben.

Regelmäßige Sicherheitstrainings für die Mitarbeiter sowie Audits durch unabhängige Organisationen ergänzen ein wirksames Sicherheitsmanagement.
Regelmäßige Sicherheitstrainings für die Mitarbeiter sowie Audits durch unabhängige Organisationen ergänzen ein wirksames Sicherheitsmanagement.
(Bild: UL)

Weitere Bestrebungen zur Standardisierung kommen vom VDI, der in seiner VDI-Richtlinie 3405 Richtlinien für Prozesse und Anwendersicherheit in der additiven Fertigung erarbeitet hat. Auf europäischer Ebene wurde im EU-Projekt SASAM (Support Action for Standardisation in Additive Manufacturing), das 2015 abgeschlossen wurde, ein Aktionsplan für Standards geschaffen.

Während die Definition von Standards weiter voranschreitet, sollten alle Unternehmen, die mit additiver Fertigung produzieren, möglichst umfassend und proaktiv die Sicherheitsbedingungen laufend evaluieren und verbessern.

* Ingo M. Rübenach ist Vice President DACH Region bei UL International Germany GmbH in 63263 Neu-Isenburg. Tel. (069) 48 98 10-0, CustomerService.de@ul.com

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