Fachtagung Chrom 2020

Die Zukunft von Chrom unter Reach verunsichert Anwender

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Alternativen zu Chrombeschichtungen eventuell selbst von Reach betroffen

Gleichzeitig sei Rechtssicherheit bei Alternativen erforderlich. Eine Substitutionssubstanz dürfe nicht in den nächsten Jahren selbst zum besorgniserregenden Stoff werden. Das Ziel sei der Einsatz nachhaltiger Produkte.

In seinem Vortrag „Aktueller Sachstand zum Autorisierungsverfahren von Chromsäure“ erläuterte Dr. Martin Metzner, Abteilungsleiter Galvanotechnik beim Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Autorisierung. Sie bestehen einerseits in einer sicheren Handhabung, die den Schutz der Mitarbeiter gewährleistet, wie es in der Mitteilung heißt, andererseits in der Nicht-Verfügbarkeit wirtschaftlich und technisch tragbarer Alternativverfahren.

Im Weiteren habe er einen Überblick über „Alternativverfahren“ zur Verchromung nach Anhang XV-Dokument gegeben und dazu berichtet, dass zu den genannten Alternativen keinerlei Gefahrstoffanalysen durchgeführt worden seien, sondern diese erst während des Autorisierungsprozesses vorgesehen sind. Und dies, obwohl bei einigen der Alternativen Gefährdungspotenziale bekannt seien. Metzner stellte außerdem die Vorgehendweise der verschiedenen Konsortien vor.

European Chemicals Agency will Chrom-Anwendern helfen

Unter dem Titel „Zulassungsverfahren: Bisherige Erfahrungen der Echa“ thematisierte Dr. Matti Vainio, Head Risk Management Implementation Unit bei der Echa, wesentliche Fragen für die Antragstellung auf Zulassung und Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen. Er wies darüber hinaus auf die Rolle der nachgeschalteten Anwender und die Bedeutung der Kommunikation entlang der Lieferkette hin, wie der FGK berichtet. Er ermunterte die Teilnehmer einen Antrag auf Zulassung zu stellen, wenn sie auf die Weiterverwendung einer Substanz nach dem Sunset-Date angewiesen seien, und informierte über die Unterstützung für Antragsteller durch die Echa.

Der zweite Vortragsblock beschäftigte sich mit der Substitution von Chromtrioxid, wie der FGK mitteilt. Aus Sicht der Verfahrensentwickler betrachtete Dr. Ralph Blittersdorf, Vorsitzender des Fachbereichs Chemie und Anlagen im ZVO, die Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren zur funktionellen Verchromung mit dreiwertigen Chromelektrolyten. Dabei sei er auf die Vor- und Nachteile sulfatbasierter und chloridbasierter Cr(III)-Elktrolyten unter den Aspekten Optik, Korrosionsverhalten, Eluierbarkeit von Nickel und Abriebbeständigkeit eingegangen.

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