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Passende Implantate und optische Linsen
Das Firmenlogo aus Silicon ist nur eines von vielen Entwicklungsergebnissen zum Anfassen. Es soll das Potenzial des Verfahrens demonstrieren. Kleinserien und Einzelstücke lassen sich mit dem 3D-Druck deutlich schneller fertigen als mit herkömmlichen Techniken. Etwa Prototypen und Ersatzteile für die zahlreichen Siliconelemente, die in jedem Auto stecken: Stecker, Schläuche und vieles mehr. „Im Automobilsektor wird die aufwändige Lagerhaltung von Siliconteilen überflüssig werden“, davon ist Bernd Pachaly überzeugt. Auch die Medizin interessiert sich für das biokompatible Material. Etwa für Implantate, die sogar während einer Operation passend für den Patienten gefertigt werden könnten – nach den Daten, die bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie liefern.
Auch individuell hergestellte Atemmasken und Hörgeräte aus Silicon sollen schon bald im 3Ddruck hergestellt werden. Und, was alle Brillenträger freuen wird: Nasenpolster, die wirklich passen. Die Vision: Der Optiker braucht nur noch mit einem Laser die dreidimensionale Kontur der Nase zu erfassen und sie in einen 3D-Drucker einzulesen, der sofort das perfekt sitzende „Pad“ herstellt. Für den Haushalt sind zum Beispiel Backformen mit dem eigenen Namenszug denkbar.
Silicon ist bekanntlich temperaturbeständig. Weil es zudem wegen seiner Transparenz geschätzt wird, denken die Forscher auch an optische Anwendungen wie maßgeschneidert gedruckte Linsen. Und nicht zuletzt an individuell gefertigte Einlegesohlen für Laufschuhe. Der Markt für gedrucktes Silicon ist riesig, da sind sich die Entwickler sicher. „Wir haben viele Ideen und wollen unseren Kunden mehr zur Verfügung stellen, als nur das Silicon für die additive Fertigung“, sagt Bernd Pachaly. Das bedeutet: Wenn ein Unternehmen ein bestimmtes Produkt aus Silicon drucken möchte, muss es nicht erst mit großem Aufwand ein neues Verfahren entwickeln. Wacker wird sich in naher Zukunft um die Systemlösung kümmern können, also um geeignete Maschinen und die passende Software – und damit neuartige Leistungen für seine Kunden anbieten. „Bald wird es nicht mehr ausreichen, den Kunden Gebinde mit Chemikalien vor die Werkshalle zu stellen“, so die Einschätzung des Innovationsleiters. Wertschöpfung wird zukünftig vor allem durch kundenorientierte Gesamtlösungen möglich. Und dafür eignet sich der 3D Druck von Silicon hervorragend. MM
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