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Silicon im Drucker Doppelt flexibler Durchbruch: Silicon-Teile aus dem 3D-Drucker

| Redakteur: Peter Königsreuther

Wie momentan in den Medien zu lesen und zu erfahren ist, bringen additive Verfahren die Industriefertigung in Bewegung, weil man damit mehr Designflexibilität hat und werkzeuglos produzieren kann. Jetzt berichtet Wacker Chemie, dass man ein besonderes Verfahren entwickelt hat, mit dem der 3D-Druck mittels Silicon möglich ist.

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Die derzeit verfügbaren 3D-Drucktechnologien verwenden als Ausgangsmaterial Metall, Kunststoff, Kunstharz oder keramische Werkstoffe. Für Siliconelastomere existierte bislang kein Verfahren. Mit der von Wacker entwickelten 3DTechnologie ist es erstmals möglich, dreidimensionale Werkstücke aus Silicon herzustellen.
Die derzeit verfügbaren 3D-Drucktechnologien verwenden als Ausgangsmaterial Metall, Kunststoff, Kunstharz oder keramische Werkstoffe. Für Siliconelastomere existierte bislang kein Verfahren. Mit der von Wacker entwickelten 3DTechnologie ist es erstmals möglich, dreidimensionale Werkstücke aus Silicon herzustellen.
(Bild: Wacker Silicones)

Der 3D-Druck ist ein Zukunftstrend: Unternehmen, Produktentwickler und Designer fertigen damit Ersatzteile, Prototypen und vieles mehr. Doch die Palette der Materialien ist durchaus begrenzt, wie es heißt. Bisher lassen sich vor allem thermoplastische Kunststoffe und Metalle in Form von Pulver generativ zu komplexen Bauteilen umwandeln. Nun hat der Münchner Chemiekonzern Wacker ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Objekte auch aus dem Elastomer Silicon im 3D-Druck fertigen lassen:

42 km und 195 m: Die Marathondistanz fordert Maximilian Peter jedes Mal aufs Neue heraus. Neben der körperlichen Fitness ist die Ausrüstung wichtig, vor allem bestmöglich passende Laufschuhe. Und da hat der promovierte Chemieingenieur und WACKER-Mitarbeiter eine Vision: Stoßdämpfende Einlegesohlen, die an seine Füße individuell angepasst sind. „Leider gibt es so etwas noch nicht“, bedauert der passionierte Sportler, „aber wir sind damit gerade im Zieleinlauf“. Die Lösung dafür hat er gemeinsam mit seinen Kollegen von Wacker Silicones und Fachleuten der Firma enders Ingenieure GmbH aus dem niederbayerischen Ergolding entwickelt: den dreidimensionalen Druck von Silicon.

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Das ist ein Durchbruch in der Welt der „additiven Fertigung“, wie der 3D-Druck in der Fachsprache heißt. „Elastomere, also gummiartige Substanzen, konnte man bisher nicht drucken. Es gab einfach kein geeignetes Verfahren dafür“, erläutert Dr. Bernd Pachaly, Leiter der Siliconeforschung im Geschäftsbereich Wacker Silicones.

Formteile aus Silicon konnten bisher nur im kostspieligen Spritzgussverfahren gefertigt werden. Dazu bedarf es eines eigenen Werkzeugs, und dessen Herstellung lohnt sich nur für größere Stückzahlen. Nicht für ein Paar Einlegesohlen. „Spritzguss ist das etablierte Verfahren für die Serienproduktion. Das wird auch so bleiben“, sagt Pachaly. „Aber diejenigen, die Prototypen entwerfen oder nur wenige Exemplare eines Bauteils produzieren wollen, können solche Kleinserien jetzt schnell und flexibel fertigen und dabei immer neuen Anforderungen anpassen. Darin besteht der eigentliche Mehrwert des Verfahrens.“

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