CAD/CAM Durchgängigkeit von der Konstruktion bis zur Fertigung

Autor / Redakteur: Andrea Drescher / Stefanie Michel

Um in der Fertigung immer auf aktuelle Daten aus der Konstruktion zugreifen zu können, ist eine durchgängige Softwareumgebung nötig, die den Mitarbeitern in jeder Prozessphase alle nötigen Informationen zur Verfügung stellt. Mit einem solchen Ansatz lässt sich die Prozesssicherheit erhöhen und der Ausschuss reduzieren.

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(Bild: Topsolid)

Ändert ein Konstrukteur des Unternehmens Ifw mithilfe von Creo Elements/Direct etwas an einem Standardbauteil und speichert diese Änderungen in Creo Elements/Direct Model Manager, kann eines nicht passieren: dass dieses Bauteil in der alten Fassung nochmals gefertigt wird. Die Arbeitsvorbereitung hat ab diesem Zeitpunkt weder Zugriff auf die Fertigungszeichnungen noch auf die mit Topsolid’Cam generierten NC-Programme. Änderungen an NC-Programmen, die auf der Maschine erfolgten, werden im System nachgezogen, damit ist auch hier sichergestellt, dass nicht alte Stände zum Einsatz kommen.

Dank einer durchgängigen Umgebung von der Konstruktion bis zur Maschine steht allen berechtigten Ifw-Mitarbeitern in jeder Prozessphase alles Notwendige zur Verfügung – und jeder greift dabei immer auf aktuelle Daten und Informationen zu. Diese Umgebung stammt dabei nicht etwa aus einer Hand: Konstruktionsseitig kommen die Lösungen von PTC zum Einsatz, für den reibungslosen Ablauf in der Fertigung sorgt die Technik von Missler in Verbindung mit Postprozessoren und der DNC-Lösung von Techsoft.

Durchgängige Plattform wickelt bereichsübergreifende Prozesse ab

Das Bindeglied für sämtliche Komponenten bildet die I-Factory, die von Techsoft speziell für die Verknüpfung von Modulen mit integrierten Gesamtlösungen entwickelt wurde. Dank der beiden I-Factory-Applikationen Topsolid’Cam Manager und I-DNC arbeitet Ifw mit einer durchgängig integrierten Plattform, die für die nahtlose Abwicklung der bereichsübergreifenden Prozesse sorgt.

Das Unternehmen profitiert unter anderem von einer deutlich höhere Prozesssicherheit mit einem viel geringeren Ausschuss in der Fertigung. Allein durch die Einführung von Topsolid’Cam konnten die CAM-Programmierung beschleunigt und die Zeiten auf der Maschine verkürzt werden. Ifw verfügt heute über eine Plattform, die bestmöglich auf die eigenen Anforderungen abgestimmt ist. Diese ist schrittweise gewachsen und wurde in den letzten 25 Jahren gemeinsam mit Techsoft weiter optimiert – bis zuletzt hatte Techsoft immer wieder effiziente Lösungen für die Fertigung parat. Ausgezahlt hat sich das mit den drei letzten Optimierungsprojekten:

Projekt 1: Softwareeinführung und Optimierung der NC-Programmierung

Im ersten Schritt sollte zur Optimierung der Fertigungsprozesse das ursprünglich selbst entwickelte NC-System abgelöst werden. Die evaluierten CAM-Werkzeuge deckten die Anforderungen der Ifw funktional in etwa vergleichbar mit Topsolid’Cam ab, Techsoft punktete jedoch durch ein besseres Service-Angebot.

Topsolid’Cam wurde mithilfe der Techsoft Postprozessoren zunächst für 10 Maschinen in Betrieb genommen und nach der ersten Einarbeitungsphase ergab sich bereits eine 15-25 % höhere Produktivität in der NC-Programmierung. Da alles am PC simuliert werden kann, hat sich der Ausschuss innerhalb kürzester Zeit halbiert und die Fehlerrate, wie beispielsweise Werkzeugbruch, ist merklich gesunken. Auch die Maschinenzeiten reduzierten sich um 10 bis 15 %, sodass sich die Spritzgusswerkzeuge insgesamt kostengünstiger herstellen lassen. Daher wurden sukzessive zusätzliche Maschinen angebunden. Weiteres Optimierungspotenzial zeichnete sich aber bereits ab.

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