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Klebstoffe

Elektromotoren klebt man heute

| Redakteur: Bernhard Richter

Elektromotoren werden immer kleiner und leistungsfähiger. Damit kommen herkömmliche Verbindungsmethoden an ihre Grenzen. Hier bietet Kleben für die Produktion und den Betrieb von Elektromotoren viele Vorteile. Motorenhersteller können aus einer Fülle unterschiedlicher Klebstofffamilien wählen.

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Typische Klebstellen eines Elektromotors.
Typische Klebstellen eines Elektromotors.
(Bild: Delo)

Was haben alle Hersteller von Elektromotoren gemeinsam? Sie wollen ihre Motoren kleiner und leistungsfähiger machen und darüber hinaus deren Wirkungsgrad verbessern. Dies wird unter anderem mit der Gestaltung des Blechpakets realisiert und mit der optimalen Einbindung der Magnete in das Blechpaket; zudem wird der Luftspalt zwischen Magnet und Wicklung möglichst eng gehalten.

Besser verbinden mit Klebstoffen

Etablierte Verbindungsmethoden wie mechanisches Klemmen oder das Bandagieren von Magneten kommen dabei zunehmend an Grenzen, sowohl hinsichtlich der Funktion des Motors als auch des Produktionsprozesses: So müssen mit zunehmend kleineren Motoren auch die erforderlichen Fertigungstoleranzen weiter sinken, was die Kosten in die Höhe treibt. Insbesondere für leistungsfähige Motoren finden zunehmend Seltenerdmagnete Verwendung. Da sie korrosionsanfällig sind, erhalten sie eine Passivierungs-, Nickel- oder Epoxidharzbeschichtung, die beim Montieren verletzt werden kann und wodurch die Magnete direkten Umwelteinflüssen ausgesetzt wären.

Verklebung von Magneten im Gehäuse, auf dem Rotor sowie in Taschen (v.l.n.r.)
Verklebung von Magneten im Gehäuse, auf dem Rotor sowie in Taschen (v.l.n.r.)
(Bild: Delo)

Im Vergleich zu diesen herkömmlichen Methoden bietet das Kleben eine Reihe von Vorteilen und kommt insbesondere für drei Anwendungen im Elektromotor in Frage: Für die Verbindung von Magneten und Blechpaket, für Welle und Rotor sowie für Stator und Gehäuse. Klebstoffe vermeiden Reib- oder Kontaktkorrosion und sind zudem schlagfest, was essentiell für die hohen dynamischen Kräfte bei Elektromotoren ist. Ihre dämpfende Wirkung reduziert Vibrationsgeräusche und führt damit zu einer akustischen Verbesserung. Dank ihrer homogenen Spannungsverteilung gleichen sie thermischen Stress aus, der zum Beispiel bei unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten zwischen Stator und Gehäuse entstehen kann. Im Fall der Welle verhindern sie aufgrund ihrer spaltüberbrückenden Eigenschaften Spiel und Schlupf. Schließlich führt Kleben in vielen Fällen auch zu geringeren Fertigungskosten, da Bauteiltoleranzen wie erwähnt größer ausfallen können, eine hohe und einfache Automatisierung möglich ist und Wärme nicht zwingend benötigt wird.

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